Für Autofahrer in Österreich steht eine spürbare Änderung bevor: Die Regierung plant neue Regeln beim Pickerl - mit längeren Intervallen und digitaler Plakette.
Konkret soll die Begutachtung bei Neuwagen künftig später starten. Statt wie bisher nach drei Jahren wird das erste Pickerl erst nach vier Jahren fällig. Danach müssen Fahrzeuge nur noch alle zwei Jahre überprüft werden - und zwar so lange, bis sie zehn Jahre alt sind. Erst danach ist wieder eine jährliche Kontrolle vorgesehen.
Das sind die neuen Pickerl-Intervalle
Statt der bisherigen 3-2-1-Regelung gilt neu ein 4-2-2-2-1-System. Die erste Überprüfung ist somit erst nach vier Jahren fällig, gefolgt von Intervallen von jeweils zwei Jahren. Erst wenn das Auto älter ist als zehn Jahre, muss es jährlich zum Pickerl.
Die Reform ist Teil eines größeren Entbürokratisierungspakets und soll noch heuer umgesetzt werden. Mobilitätsminister Peter Hanke will die entsprechende Gesetzesänderung nun mit den Koalitionspartnern abstimmen. Ziel ist ein Inkrafttreten im Spätherbst oder Winter.
"Mit dem neuen Pickerl-Intervall streichen wir unnötige Bürokratie und sparen Menschen wie den Betrieben in Österreich viel Geld", erklärt Hanke gegenüber "Heute". "Und wir investieren hier direkt in die Lebenszeit der Österreicherinnen und Österreicher – denn Zeit ist Geld, und wir gehen verantwortungsvoll damit um".
Auch bei der Sicherheit sieht der Minister kein Problem. "Autos sind heute nicht mehr so anfällig wie in den 80er-Jahren. Moderne Fahrzeuge zeigen durch Assistenzsysteme Sicherheitsprobleme früh an – vom Reifendruck über den Ölstand bis zu technischen Warnungen. Deshalb können wir die Pickerl-Intervalle verlängern."
Neben den neuen Fristen kommt auch eine technische Umstellung: Das Pickerl wird digital und muss künftig nicht mehr auf die Windschutzscheibe geklebt werden. Die Neuerung soll vor allem Werkstätten entlasten.
Die Regelung gilt für alle Fahrzeuge - entscheidend ist jeweils die Erstzulassung.