Alle Details zum neuen Gesetz

Auto-Pickerl Neu: Was sich ändert, ab wann Reform gilt

Autofahrer müssen künftig seltener zum Pickerl – das Gesetz soll im Herbst in Kraft treten. Die Prüfplakette wird digital. "Heute" hat die Details.
Angela Sellner
20.03.2026, 05:30
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Längere Prüf-Intervalle beim Pickerl sind ein Herzstück des Ende 2025 präsentierten Entbürokratisierungspakets der Regierung.

Jetzt wird es konkret: Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) schickt die entsprechende Novelle des Kraftfahrzeuggesetzes am Freitag an die Koalitionspartner zur Koordinierung, erfuhr "Heute" auf Anfrage aus dem Verkehrsministerium.

Ziel sei ein Inkrafttreten im Spätherbst/Winter, auf jeden Fall noch heuer.

Erst nach 10 Jahren jährlich

Autofahrer müssen damit künftig seltener zur §57a-Begutachtung ihres Fahrzeugs in die Werkstatt. Nach der Erstzulassung eines Neuwagens muss die Pickerl-Prüfung erstmals nach vier Jahren (bisher drei Jahre) gemacht werden. Danach gilt ein Intervall von zwei Jahren, bis das Auto ein volles Jahrzehnt auf dem Buckel hat. Erst danach muss das Fahrzeug jährlich in die Werkstatt. Das war bislang bereits nach fünf Jahren vorgeschrieben.

Das sind die neuen Pickerl-Intervalle

Statt der bisherigen 3-2-1-Regelung gilt neu ein 4-2-2-2-1-System. Die erste Überprüfung ist somit erst nach vier Jahren fällig, gefolgt von Intervallen von jeweils zwei Jahren. Erst wenn das Auto älter ist als zehn Jahre, muss es jährlich zum Pickerl.

In den ersten zehn Jahren fällt die Begutachtung im Vergleich zu den alten Intervallen künftig dreimal weg – also ein spürbarer finanzieller Vorteil.

"Mit dem neuen Pickerl-Intervall streichen wir unnötige Bürokratie und sparen Menschen wie den Betrieben in Österreich viel Geld", erklärt Hanke gegenüber "Heute". "Und wir investieren hier direkt in die Lebenszeit der Österreicherinnen und Österreicher – denn Zeit ist Geld, und wir gehen verantwortungsvoll damit um", so der Minister weiter.

Moderne Autos sind sicherer

Die selteneren Prüf-Intervalle seien keinesfalls ein Sicherheitsrisiko, hatte Hanke bereits im Dezember im "Heute"-Interview erklärt: "Autos sind heute nicht mehr so anfällig wie in den 80er-Jahren. Moderne Fahrzeuge zeigen durch Assistenzsysteme Sicherheitsprobleme früh an – vom Reifendruck über den Ölstand bis zu technischen Warnungen. Deshalb können wir die Pickerl-Intervalle verlängern."

Andere europäische Länder haben längst ähnliche Pickerl-Zyklen, wie sie bei uns jetzt kommen.

Das neue System wird für alle Autos gelten, nicht nur bei Neuwagen. Maßgeblich ist die Erstzulassung des Fahrzeugs.

Pickerl wird digital

Weitere Neuerung: Die Prüfplakette wird digital, "pickt" also künftig nicht mehr an der Scheibe. Diese Umstellung – die in der Vorbereitung einigermaßen aufwendig sein dürfte – entlastet nicht zuletzt die Werkstätten.

Ende Februar hatte Hanke bereits die Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) auf den Weg gebracht – mit neuen Regeln für E-Scooter (unter anderem Helmpflicht bis 16) ab 1. Mai und der Verbannung von E-Mopeds von Radwegen ab 1. Oktober.

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