Schon im nächsten Jahr soll eine weitreichende Änderung auf alle Autofahrer in Österreich zukommen. Denn mit dem ersten Entbürokratisierungspaket von Staatssekretär Josef "Sepp" Schellhorn soll sich bei der Pickerl-Kontrolle einiges ändern.
Künftig müssen die Österreicher nämlich seltener zur Pickerl-Überprüfung in die Werkstatt. Aktuell gilt ein 3-2-1-Takt – das heißt, ein Neuwagen muss erstmals nach drei Jahren, dann nach zwei und danach jährlich zur Begutachtung. Damit soll jetzt Schluss sein – in Zukunft soll das 4-2-2-2-1-System zur Anwendung kommen: Das erste Mal muss ein neues Auto nach vier Jahren zum Pickerl, danach alle zwei Jahre. Erst nach zehn Jahren wird die Kontrolle jährlich fällig.
Die Idee dafür kam aber nicht von Schellhorn selbst und auch nicht aus seinem Büro, sondern direkt aus der Bevölkerung. "Ein Wiener Bürger hat den Vorschlag Ende des Sommers persönlich an das Staatssekretariat herangetragen", erklärt ein Sprecher gegenüber "Heute".
Weil es die Entbürokratisierungsplattform "Seda" noch nicht gab – diese startete erst im Oktober – wandte sich der Wiener selbstständig an das Büro des Staatssekretärs. In einem Brief, der "Heute" vorliegt, schilderte er sein Anliegen und rechnete unter anderem vor, dass sich mit der neuen Regelung alle Haushalte gemeinsam eine Summe von 200 Millionen Euro ersparen könnten.
"Genau so soll Entbürokratisierung funktionieren: Bottom-up und aus der praktischen Erfahrung der Menschen heraus", so ein Sprecher des Staatssekretärs zu "Heute".
Für die Idee und den Einsatz, den der Wiener mit sich brachte, hat sich Staatssekretär Schellhorn auch bei ihm bedankt. Noch am Mittwochabend hatte er den Mann telefonisch kontaktiert, wie auch ein Video auf Instagram zeigt.
"Ich wollte einfach Danke sagen, für die Initiative, was das Pickerl betrifft", richtete Schellhorn aus.
"Der Wiener blieb über Monate mit unserer Zentralen Stelle für Entbürokratisierung im Austausch – konstruktiv, engagiert, motiviert", schreibt der Staatssekretär unter dem Video.
Der Mann aus der Bundeshauptstadt dürfte sich zudem nicht gedacht haben, dass aus seiner Idee wirklich was wird, wie aus dem Telefonat mit Schellhorn zu vernehmen ist. "Also Sie haben nicht damit gerechnet, dass da was herauskommt. Sehen Sie, so schnell geht es", sagte Schellhorn.