Vor kurzem trat eine neue EU-Richtlinie in Kraft, die in allen Online-Shops in Österreich eine wichtige Änderung bedeutet. Konkret bekommen Kunden eine neue Funktion zum Rücktritt: den Widerrufs-Button. Aber wie funktioniert der? Und warum sieht man auf den meisten Websites noch nichts?
Schon jetzt hat man als Verbraucher bei Online-Käufen 14 Tage lange Zeit, um vom Vertrag zurückzutreten. Dieser Widerruf ist aber meist um ein Vielfaches komplizierter als der Vertragsschluss. Zum Kaufen reichen oft zwei Klicks auf große Buttons. Für den Rücktritt muss hingegen mühsam die richtige Seite gefunden und Formulare ausgefüllt werden.
Mit 19. Juni wird der Widerrufs-Button zur Pflicht. Dieser muss besonders hervorgehoben und darf nicht in irgendeiner Art versteckt sein. Wie im Ö1-Morgenjournal berichtet wird, gilt die Regelung auch in Apps oder den Stores von Spielekonsolen. Kunden müssen daraufhin eine Eingangsbestätigung mit den genauen Infos des Rücktritts erhalten.
Experten sehen die neue Regelung positiv, allerdings tut sich dadurch ein neues Risiko auf. Der Hinweis auf den einfachen Rücktritt könnte zu mehr und schnelleren unüberlegten Verkaufsabschlüssen führen.
Und noch gibt es den Button bei den meisten Shops nicht. Denn Österreich ist bei der rechtlichen Umsetzung säumig. Das Justizministerium geht davon aus, das Gesetz bis Jahresende vorlegen zu können.