San Francisco kämpft bereits seit Jahren mit der Fentanyl-Krise. Nun sorgt ein weiteres Opioid für Alarm: Cychlorphin soll je nach Zusammensetzung zehn- bis 100-mal stärker als Fentanyl sein. Ein 16-Jähriger ist bereits nach dem Konsum der Droge gestorben.
Dante Lacourte wurde von seiner Mutter Christina leblos in seinem Zimmer entdeckt. Der "New York Times" schilderte sie später: "Schwarze Flüssigkeit quoll aus Mund und Nase und sammelte sich auf dem Bettlaken."
Der Jugendliche hatte schon früh Drogen genommen. Seine Mutter hatte ihn eindringlich vor den Substanzen auf der Straße gewarnt: "Nur eine Pille reicht." Ein Freund sagte über den Teenager, der unter Depressionen und Angstzuständen litt: "Er war einfach nur ein Junge, der sich besser fühlen wollte."
Cychlorphin ist ein relativ leicht herzustellendes Opioid und in Kalifornien bislang nicht verboten. Nach dem Tod des 16-Jährigen kündigte San Franciscos Bürgermeister Daniel Lurie ein hartes Vorgehen an: "Wir werden gegen die Leute vorgehen, die Cychlorphin verkaufen".
Über Dantes Handy stießen Ermittler auf seine mutmaßlichen Dealer. Bei Razzien in drei Häusern wurden vier Personen festgenommen. Die Beamten beschlagnahmten unter anderem 20.000 Drogen-Pillen und ein Sturmgewehr.
Auch auf gesetzlicher Ebene soll reagiert werden. Bezirksstaatsanwältin Brooke Jenkins fordert: "Wir brauchen ein schnelles Handeln des kalifornischen Parlaments. Wir wollen sicherstellen, dass diese Droge in die Liste der vielen anderen – darunter Fentanyl – aufgenommen wird, die im Bundesstaat Kalifornien illegal sind."