Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher bekommt eine neue internationale Aufgabe. Ab November übernimmt er beim Internationalen Währungsfonds (IWF) den Vorsitz einer Stimmrechtsgruppe und vertritt damit gleich sieben Länder in einem wichtigen Finanzgremium.
Wie die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Mittwoch bekannt gab, wird Kocher künftig für Österreich, die Türkei, Ungarn, Tschechien, die Slowakei, Slowenien und den Kosovo im Internationalen Währungs- und Finanzausschuss (IMFC) sprechen.
"Die weltwirtschaftlichen Herausforderungen sind derzeit enorm", erklärte Kocher. Die für Oktober angesetzte Jahrestagung von IWF und Weltbank in Bangkok will er bereits zur Vorbereitung auf seine neue Funktion nutzen.
Der IMFC gilt als wichtigstes politisches Beratungsgremium des Währungsfonds. Insgesamt sitzen dort 25 Vertreter der IWF-Mitgliedsländer, darunter Finanzminister und Notenbankchefs. Sie beraten über die langfristige Ausrichtung der Organisation.
Bei der bevorstehenden Jahrestagung stehen vor allem die Folgen internationaler Konflikte für die Wirtschaft, die hohe Verschuldung vieler Staaten sowie die Möglichkeiten und Gefahren künstlicher Intelligenz im Fokus.
Auch OeNB-Vizegouverneurin Edeltraud Stiftinger betont die Bedeutung des Treffens: "Gerade in einer Zeit, in der internationale Zusammenarbeit keine Selbstverständlichkeit mehr ist, sind die Jahrestagungen von IWF und Weltbank besonders wertvoll".