Ab Jänner 2027 sollen Impfungen auch in Apotheken möglich sein. Doch wichtige Fragen zur Finanzierung und Umsetzung sind noch offen.
Die Bundesregierung hat sich grundsätzlich darauf verständigt, Impfungen künftig auch in Apotheken zu ermöglichen. Bis zum geplanten Start im Jänner müssen allerdings noch einige Punkte geklärt werden.
Vor allem die Finanzierung sorgt noch für Gesprächsbedarf. Unklar ist derzeit, ob und ab wann Apotheken in das öffentliche Impfprogramm eingebunden werden können. Fest steht hingegen, dass das neue Angebot die Impfungen bei niedergelassenen Ärzten ergänzen und nicht ersetzen soll.
Dem Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) gehen die Vorbereitungen nicht schnell genug. Bei einem Pressetermin am Dienstag in Wien forderte der Verband, die notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen rasch auf den Weg zu bringen.
Die Hersteller erhoffen sich dadurch einen einfacheren Zugang zu Impfungen und höhere Impfquoten. Als Vorbild dienen andere europäische Länder, in denen Impfungen in Apotheken bereits angeboten werden.
Besonders bei der Grippeimpfung zeige sich laut Verband, dass unkomplizierte Angebote gut angenommen würden. Vor allem jüngere Berufstätige könnten davon profitieren, weil sie sich auch spontan beim Besuch einer Apotheke impfen lassen könnten.
Geht es nach dem ÖVIH, sollen Apotheken zunächst Impfungen gegen FSME anbieten dürfen. Hintergrund sind steigende Fallzahlen und ein deutlicher Rückgang beim korrekten Impfschutz. Während sich 2011 noch 70 Prozent der Bevölkerung im vorgesehenen Impfschema befanden, waren es im Vorjahr nur noch 28 Prozent.
ÖVIH-Präsidentin Sigrid Haslinger ist überzeugt, dass zusätzliche Impfstellen helfen könnten: "Wenn das Angebot steigt, nehmen auch die Impfraten zu". Auch bei HPV sieht der Verband Nachholbedarf. Darüber hinaus wird Keuchhusten als mögliche weitere Impfung für Apotheken genannt, berichten die "Oberösterreichischen Nachrichten".
Unterstützung kommt sowohl vom SPÖ-nahen Pensionistenverband als auch vom ÖVP-nahen Seniorenbund. Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec sieht vor allem für ältere Menschen Vorteile durch zusätzliche Impfangebote in Wohnortnähe.
"Gerade für ältere Menschen sind nahe gelegene und einfach zugängliche Impfangebote essenziell. Die Möglichkeit, künftig Impfungen auch in Apotheken zu erhalten, steigert die Impfquote in der Bevölkerung, was vor allem für den Schutz vulnerabler Gruppen unabdingbar ist", sagt Korosec.
Auch Pensionistenverbands-Präsidentin Birgit Gerstorfer steht dem Vorhaben positiv gegenüber. Sie weist allerdings darauf hin, dass vor der Umsetzung geklärt werden müsse, wer bei möglichen Impfreaktionen die Verantwortung trägt.
Ob sämtliche offenen Fragen rechtzeitig geklärt werden können, ist derzeit noch nicht entschieden. Der geplante Starttermin bleibt Jänner 2027.