Die Nachricht wirkt zunächst völlig harmlos - und kommt womöglich sogar von einem bekannten Kontakt. Nutzer werden auf WhatsApp gebeten, bei einer Abstimmung für ein Mädchen mitzumachen. Dahinter kann allerdings eine Betrugsmasche stecken.
Eine "5 Minuten"-Leserin erhielt eine solche Nachricht bereits zweimal. "Kannst dich bitte für Lina abstimmen?" wurde sie darin gefragt.
In der Nachricht wurde behauptet, Lina sei die Tochter enger Freunde und der Sieg bei der Abstimmung für ihre Familie besonders wichtig. Als Gewinn wurde ein Stipendium für ihre Ausbildung genannt. Ein mitgeschickter Link sollte zur Abstimmung führen.
Hinter der Nachricht kann sogenanntes "Ghost Pairing" stecken. Dabei versuchen Kriminelle, ein fremdes WhatsApp-Konto mit einem weiteren Gerät zu verbinden.
Die angebliche Abstimmung dient dabei als Vorwand. Nach dem Klick auf den Link können Nutzer dazu gebracht werden, einen QR-Code zu scannen oder eine Geräteverknüpfung zu bestätigen. Dadurch kann das WhatsApp-Konto mit einem Gerät der Täter gekoppelt werden.
Besonders tückisch: Auf dem eigenen Smartphone kann WhatsApp danach weiterhin wie gewohnt funktionieren. Die fremde Verknüpfung fällt deshalb womöglich nicht sofort auf.
Gelingt die Verknüpfung, können die Täter unter Umständen auf Chats zugreifen und im Namen des betroffenen Nutzers Nachrichten verschicken. Damit lassen sich anschließend dessen Freunde und Bekannte kontaktieren.
So kann sich die Masche weiterverbreiten. Die Empfänger sehen eine Nachricht von einem ihnen bekannten Kontakt und könnten deshalb eher auf einen Link klicken, eine Geräteverknüpfung bestätigen oder Geld überweisen.
Wer eine verdächtige Nachricht bekommen oder bereits einen entsprechenden Link geöffnet hat, kann in WhatsApp den Bereich "Verknüpfte Geräte" überprüfen. Dort wird angezeigt, welche Smartphones oder Computer mit dem eigenen Konto verbunden sind.
Taucht dort ein unbekanntes Gerät auf, sollte die Verbindung sofort getrennt werden.
In Deutschland häufen sich aktuell Fälle von "Ghost Pairing". Auch Österreicher erhalten derartige WhatsApp-Nachrichten. Eine Variante beginnt etwa mit der Frage: "Hallo, könntest du bitte für Eliska abstimmen?"
Bei unerwarteten Abstimmungen sollten Links und QR-Codes nicht ungeprüft geöffnet beziehungsweise gescannt werden. Bei ungewöhnlichen Nachrichten von Freunden oder Familienmitgliedern kann ein kurzer Anruf klären, ob die Bitte tatsächlich von ihnen stammt. Wurde ein Konto bereits übernommen oder entstand ein finanzieller Schaden, sollte die Polizei verständigt werden.