Wetter-Modelle bis Februar

Neue Winterprognose weckt böse Vorahnung

Neue Wettermodelle deuten auf einen milden Winter 2026/27 mit wenig Schnee hin. Meteorologe Gerhard Hohenwarter erklärt, wie es aktuell aussieht.
19.10.2026, 06:30
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Wer auf einen schneereichen Winter in Österreich hofft, dürfte beim Blick auf die aktuellen Wetterkarten wenig Freude haben. Die langfristigen Berechnungen zeigen für große Teile Mitteleuropas überdurchschnittlich hohe Temperaturen und unterdurchschnittliche Schneemengen. Auch beim Niederschlag gibt es Hinweise auf einen eher trockenen Winter.

Doch wie aussagekräftig sind solche Vorhersagen schon jetzt? Wetterexperte Gerhard Hohenwarter beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Saisonprognosen und erklärt in einem Facebook-Video, warum man die aktuellen Berechnungen mit Vorsicht betrachten sollte.

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Experte warnt vor voreiligen Schlüssen

Gerade in Österreich ist es schwierig, das Wetter über mehrere Monate hinweg vorherzusagen. Die Alpen sorgen für große regionale Unterschiede, die langfristige Wettermodelle kaum erfassen können.

Hohenwarter kennt die Grenzen dieser Berechnungen aus eigener Erfahrung: "Ich beobachte die Saisonprognosen seit mittlerweile fast 20 Jahren. Eines kann ich euch sagen: Detailprognosen für die Alpen sind fast unmöglich. Wir müssen uns also wohl überraschen lassen..."

Trotzdem lassen sich aus den aktuellen Modellberechnungen gewisse Tendenzen für die kommenden Monate erkennen.

Wetterkarten zeigen wenig Schnee

Besonders auffällig sind die derzeit berechneten Schneemengen. Auf den langfristigen Wetterkarten sind weite Teile Mitteleuropas braun eingefärbt. Das deutet auf weniger Schnee als im langjährigen Durchschnitt hin.

Auch beim Niederschlag zeigen sich in mehreren Regionen Europas eher trockene Verhältnisse: "Tendenziell dürfte die Niederschlagsmenge in weiten Teilen Mitteleuropas unter dem Wintermittel bleiben. Eventuell im Süden im Frühwinter ein Plus und im Norden dann im Spätwinter."

Für Österreich selbst liegen die berechneten Niederschlagsmengen zwischen November und Jänner allerdings überwiegend im durchschnittlichen Bereich. Mehr Niederschlag könnte es unter anderem an der Atlantikküste, in Norditalien und an der kroatischen Adriaküste geben.

Bei den Temperaturen zeigen die Modelle hingegen für weite Teile Europas einen deutlichen Trend zu milderen Verhältnissen.

El Niño macht Winter-Prognose schwierig

Eine zusätzliche Unsicherheit bringt das Klimaphänomen El Niño. Dabei erwärmt sich das Wasser im tropischen Pazifik ungewöhnlich stark. Das kann die großräumigen Luftströmungen verändern und Auswirkungen auf das Wetter in verschiedenen Teilen der Welt haben.

Welche Folgen das für Österreich hat, lässt sich aber nicht direkt daraus ableiten. "Bis das bei uns im Alpenraum ankommt, da sind noch viele andere Wetter- und Klimaphänomene und Meeresströmungen zwischengelagert. Deshalb kann man keinen eindeutigen Trend geben", erklärt Hohenwarter.

Auch ein Blick auf vergangene El-Niño-Winter hilft bei der Frage nach den Schneemengen nur bedingt weiter. "El Nino Winter sind bei uns schneereich, schneearm – da haben wir schon alles gehabt. Das einzige, was sich sagen lässt: Kalte Winter hat es bei El Nino nur in absoluten Ausnahmefällen gegeben."

Im Februar könnte sich das Wetter ändern

Interessant ist auch, dass die Wettermodelle für den Beginn und das Ende des Winters unterschiedliche Entwicklungen andeuten. Für die ersten Wintermonate werden häufiger Wetterlagen aus westlichen und südwestlichen Richtungen berechnet. Diese könnten vergleichsweise milde Luft nach Mitteleuropa bringen.

Im Februar zeigen die Berechnungen hingegen etwas mehr Niederschlag im zentraleuropäischen Raum. Ob dieser in Österreich als Regen oder Schnee fällt, hängt von den tatsächlichen Temperaturen und der jeweiligen Wetterlage ab.

Wie viel Schnee in den Skigebieten oder im Flachland liegen könnte, lässt sich deshalb derzeit nicht seriös vorhersagen. Auch bleibt offen, ob mögliche Niederschläge ausreichen würden, um das bestehende Regendefizit auszugleichen.

Schon im November kann alles anders aussehen

Hohenwarter macht deutlich, dass sich langfristige Berechnungen innerhalb kurzer Zeit stark verändern können. Die aktuellen Wetterkarten sind daher keine verlässliche Vorhersage für einzelne Regionen oder bestimmte Winterwochen.

"Wie gesagt: Nächsten Monat kann das schon wieder ganz anders ausschauen! Die Prognosen vor einem Monat haben auch ganz anders ausgesehen." Seine Einschätzung fasst der Meteorologe entsprechend vorsichtig zusammen: "Mal schauen, wie es dann wirklich kommt."

Auch Marcus Wadsak mahnt zur Vorsicht

Ähnlich sieht es ORF-Meteorologe Marcus Wadsak. Auch er hat zuletzt davor gewarnt, langfristige Winterprognosen für Österreich als sichere Wettervorhersagen zu verstehen. Zwar erscheint ein insgesamt milder Winter angesichts des Klimawandels wahrscheinlicher. Wie viel Regen und Schnee tatsächlich fallen wird, ist aber weiterhin offen.

Damit bleibt die entscheidende Frage für Wintersportler unbeantwortet: Ob der Winter 2026/27 tatsächlich schneearm wird oder doch noch größere Schneemengen bringt, werden erst die kommenden Monate zeigen.

red, 19.10.2026, 06:30