Schnee, Temperatur

Winterprognose bis Februar 2027 verheißt nichts Gutes

Wenig Schnee, dafür viel Wärme? Neue Wettermodelle deuten auf einen milden Winter hin. Meteorologe Hohenwarter erklärt, was wirklich dahintersteckt.
18.10.2026, 11:57
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Kommt ein schneereicher Winter auf Österreich zu oder bleiben die Skigebiete auf Frau Holles Hilfe angewiesen? Schon jetzt kursieren zahlreiche Prognosen für den Winter 2026/27. Neue Wettermodelle lassen dabei aufhorchen: Sie zeigen für weite Teile Mitteleuropas derzeit eher milde Temperaturen und weniger Schnee als üblich.

Doch Meteorologe Gerhard Hohenwarter warnt ausdrücklich davor, solche Berechnungen als sichere Vorhersage zu verstehen. In einem Facebook-Video erklärt der Wetterexperte, warum langfristige Prognosen gerade im Alpenraum besonders schwierig sind.

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"Detailprognosen für die Alpen sind fast unmöglich"

Hohenwarter beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit saisonalen Wettermodellen. Seine Erfahrungen stimmen ihn vorsichtig:  "Ich beobachte die Saisonprognosen seit mittlerweile fast 20 Jahren. Eines kann ich euch sagen: Detailprognosen für die Alpen sind fast unmöglich. Wir müssen uns also wohl überraschen lassen..."

Dennoch liefern die aktuellen Berechnungen interessante Hinweise darauf, wie die kommenden Wintermonate verlaufen könnten.

Wetterkarten zeigen wenig Schnee

Besonders auffällig ist derzeit die Schneeprognose. Auf den längerfristigen Wetterkarten erscheint Mitteleuropa großflächig in Brauntönen. Diese stehen für eine unterdurchschnittliche Schneemenge. Auch bei den Niederschlägen deuten die Modelle in weiten Teilen Mitteleuropas auf eher trockene Verhältnisse hin.

"Tendenziell dürfte die Niederschlagsmenge in weiten Teilen Mitteleuropas unter dem Wintermittel bleiben. Eventuell im Süden im Frühwinter ein Plus und im Norden dann im Spätwinter."

Für Österreich selbst zeigen die Berechnungen von November bis Jänner bei den Niederschlägen derzeit überwiegend durchschnittliche Werte. Mehr Regen könnte es hingegen an der Atlantikküste, in Norditalien und entlang der kroatischen Adriaküste geben. Gleichzeitig rechnen die Modelle europaweit mit relativ hohen Temperaturen.

El Niño sorgt für große Unsicherheit

Ein wichtiger Faktor bei den aktuellen Winterprognosen ist das Klimaphänomen El Niño. Dabei verändern ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen im tropischen Pazifik großräumige Luftströmungen und beeinflussen das Wetter in verschiedenen Weltregionen.

"Bis das bei uns im Alpenraum ankommt, da sind noch viele andere Wetter- und Klimaphänomene und Meeresströmungen zwischengelagert. Deshalb kann man keinen eindeutigen Trend geben", erklärt Hohenwarter.

Auch aus früheren El-Niño-Wintern lässt sich laut dem Meteorologen keine verlässliche Schneevorhersage ableiten. "El Nino Winter sind bei uns schneereich, schneearm – da haben wir schon alles gehabt. Das einzige, was sich sagen lässt: Kalte Winter hat es bei El Nino nur in absoluten Ausnahmefällen gegeben."

Im Februar könnte sich das Wetter ändern

Interessant ist auch der Blick auf den zeitlichen Verlauf des Winters. Die aktuellen Modelle deuten für den Frühwinter eher auf Wetterlagen aus Westen und Südwesten hin. Diese könnten mildere Luftmassen nach Mitteleuropa bringen.

Im Spätwinter zeichnet sich dagegen ein etwas anderes Bild ab. Für Februar berechnen die Modelle tendenziell mehr Niederschlag im zentraleuropäischen Raum. Ob dieser in Österreich tatsächlich als Schnee fällt, hängt allerdings von den jeweiligen Temperaturen und Wetterlagen ab.

Eine konkrete Aussage über Schneefallgrenzen oder Schneemengen ist deshalb derzeit nicht möglich.

Sollte es so kommen, dürften die Mengen aber nicht ausreichen, um das anhaltende Regendefizit auszugleichen. Die Dürre hatte bereits heuer schwere Folgen, eine Fortsetzung würde nichts Gutes verheißen.

Schon nächsten Monat kann alles anders aussehen

Hohenwarter betont mehrfach, dass es sich um grobe globale Berechnungen handelt. Regionale Unterschiede zwischen einzelnen Alpentälern und Bergregionen lassen sich daraus nicht zuverlässig ablesen. Hinzu kommt: Die Modelle können sich innerhalb weniger Wochen deutlich verändern.

"Wie gesagt: Nächsten Monat kann das schon wieder ganz anders ausschauen! Die Prognosen vor einem Monat haben auch ganz anders ausgesehen." Sein Fazit fällt deshalb zurückhaltend aus: "Mal schauen, wie es dann wirklich kommt."

Auch ORF-Meteorologe Wadsak warnt

Mit seiner Einschätzung steht Hohenwarter nicht allein da. Auch ORF-Meteorologe Marcus Wadsak hat zuletzt vor übertriebenen Winterprognosen gewarnt.

Er erklärte ebenfalls ausführlich, warum Vorhersagen für einen gesamten Winter in Österreich kaum funktionieren.

Während ein überdurchschnittlich warmer Winter aufgrund des Klimawandels wahrscheinlicher erscheint, bleibt vor allem die Niederschlagsentwicklung völlig offen.

Für alle, die auf viel Schnee hoffen, heißt es somit weiterhin abwarten. Die aktuellen Karten deuten zwar auf einen eher milden und schneearmen Winter hin – fest steht das aber noch lange nicht.

red, Akt. 18.10.2026, 12:19, 18.10.2026, 11:57