Neue Wetter-Modelle

Winter-Prognose für Österreich überrascht jetzt alle

Österreich erlebt einen extrem trockenen Oktober. Neue Wettermodelle zeigen nun, wie es im November weitergeht und was uns im Winter erwartet.
16.10.2026, 11:49
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Kaum Regen im Oktober, dafür Aussicht auf einen ungewöhnlich milden Winter: Die aktuellen Wetterberechnungen zeichnen laut "tauernwetter.at" für Österreich ein auffälliges Bild. Während in vielen Regionen seit Monatsbeginn fast kein Niederschlag gefallen ist, könnte sich die Wetterlage im November deutlich ändern.

Besonders interessant ist der Blick auf den kommenden Winter. Die langfristigen Prognosen sprechen derzeit überwiegend für überdurchschnittlich hohe Temperaturen. Schnee und kräftige Kälteeinbrüche sind deshalb aber keineswegs ausgeschlossen.

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In Wien fiel fast überhaupt kein Regen

Wie trocken der Oktober bisher verlaufen ist, zeigen die Messwerte besonders deutlich. An der Wetterstation Wien Hohe Warte wurden zwischen dem 1. und 11. Oktober gerade einmal 0,3 Liter Regen pro Quadratmeter registriert.

Normalerweise fallen dort im gesamten Oktober durchschnittlich 47 Liter. Damit wurde bisher erst rund ein Prozent der üblichen Monatsmenge erreicht. Auch in anderen Landeshauptstädten sieht es nicht viel besser aus. Eisenstadt kommt auf 1,1 Liter beziehungsweise zwei Prozent des Oktobermittels. In Graz wurden 2,6 Liter gemessen, das entspricht vier Prozent.

In Linz und Klagenfurt sind bisher jeweils 14 Prozent der üblichen Regenmenge zusammengekommen, in Salzburg 15 Prozent und in St. Pölten 17 Prozent. Besonders trocken ist es auch in Osttirol: In Lienz fielen nur 2,2 Liter Regen, obwohl dort im Oktober normalerweise rund 105 Liter zusammenkommen.

Im Westen sieht die Lage völlig anders aus

Eine deutliche Ausnahme bildet Vorarlberg. In Bregenz wurden seit Monatsbeginn bereits 86,9 Liter pro Quadratmeter gemessen. Das entspricht rund drei Vierteln der durchschnittlichen Oktobermenge. Allein am 8. Oktober kamen dort 50,7 Liter zusammen, zwei Tage später folgten weitere rund 28 Liter.

Auch Innsbruck liegt mit 35,8 Litern bereits bei mehr als der Hälfte des üblichen Monatsniederschlags. Verantwortlich für die großen regionalen Unterschiede ist die Wetterlage. Feuchte Luft aus Nordwesten brachte vor allem an den Bergen Vorarlbergs und Nordtirols Regen. Weiter im Osten und südlich der Alpen kam davon deutlich weniger an.

Bis Ende Oktober kaum Regen in Sicht

Für die kommenden Tage gibt es wenig Hoffnung auf eine nachhaltige Entspannung der Trockenheit. Die Wettermodelle ECMWF, GFS und ICON berechneten am 12. Oktober für die zweite Monatshälfte in weiten Teilen Österreichs nur geringe Niederschlagsmengen.

Auch die Berechnungen mit unterschiedlichen Ausgangsbedingungen zeigen bis zum 28. Oktober überwiegend trockenes Wetter. Besonders in Wien und Linz dürfte Regen weiterhin Mangelware bleiben. Einzelne Berechnungen zeigen zwar Niederschläge gegen Ende des Monats, diese sind aber noch mit großen Unsicherheiten verbunden.

Ab dem 19. Oktober könnte vorübergehend kühlere Luft nach Österreich gelangen.

Kommt doch noch ein Italientief?

Eine Möglichkeit für größere Regenmengen wäre ein Tiefdruckgebiet über Italien. Solche Wetterlagen können feuchte Mittelmeerluft gegen die Alpen transportieren und besonders im Süden Österreichs kräftige Niederschläge auslösen.

Einzelne Modellberechnungen zeigen ab dem 19. Oktober eine entsprechende Entwicklung. Die Mehrheit der Berechnungen geht derzeit allerdings nicht davon aus. Im letzten Oktoberdrittel lässt sich ein Italientief noch nicht völlig ausschließen.

Für die ohnehin trockenen Böden, Flüsse und Grundwasservorräte wäre weiterer Regen wichtig. In Teilen des Ostens und Nordens fehlt seit Jahresbeginn bereits mehr als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge.

November könnte sehr mild und nass werden

Deutlich andere Signale liefert die langfristige Wetterprognose für den November. Das europäische Saisonmodell ECMWF SEAS5 berechnet für Österreich überwiegend einen zu warmen und zu nassen Monat.

57 Prozent der Modellläufe zeigen überdurchschnittliche Temperaturen. 29 Prozent gehen von normalen Verhältnissen aus, während nur 14 Prozent einen zu kalten November erwarten.

Beim Niederschlag fällt das Ergebnis noch deutlicher aus: 65 Prozent der Berechnungen zeigen einen zu nassen November. 27 Prozent sprechen für einen zu trockenen und acht Prozent für einen durchschnittlichen Monat.

Nach dem bisher sehr trockenen Oktober könnte das eine wichtige Entlastung bringen. Allerdings handelt es sich um langfristige Trends und nicht um eine sichere Vorhersage.

Winter 2026/27: Modelle zeigen deutlichen Wärmetrend

Auch für die eigentlichen Wintermonate zeichnet sich derzeit ein überwiegend mildes Szenario ab.

Die Ergebnisse des europäischen Saisonmodells zeigen:

- Dezember 2026: 76 Prozent der Berechnungen erwarten überdurchschnittliche Temperaturen.

- Jänner 2027: 65 Prozent der Modellläufe zeigen einen zu warmen Monat.

- Februar 2027: 61 Prozent sprechen für mildere Verhältnisse als üblich.

Besonders ausgeprägt ist das Signal für Kärnten und Osttirol. Dort berechnen für den Dezember sogar 82 Prozent der Modellläufe zu hohe Temperaturen.

Über die drei Wintermonate hinweg spricht damit rund zwei Drittel der Berechnungen für einen insgesamt zu warmen Winter.

Trotz mildem Winter ist Schnee möglich

Ein milder Winter bedeutet allerdings nicht, dass Österreich auf Schnee verzichten muss. Auch wenn die Durchschnittstemperaturen über den üblichen Werten liegen, können einzelne Wochen deutlich zu kalt ausfallen. Kräftige Kaltlufteinbrüche und Schneefall bis ins Flachland bleiben möglich.

In höheren Lagen kann ein milder, aber niederschlagsreicher Winter sogar mehr Schnee bringen als ein besonders kalter und trockener.

Vor allem in engen Alpentälern können bei starken Niederschlägen besondere Bedingungen entstehen. Sinkt die Schneefallgrenze durch Abkühlung während des Niederschlags bis zum Talboden, sind auch bei einer grundsätzlich milden Wetterlage große Neuschneemengen möglich.

Warme Meere erhöhen Risiko für Starkregen

Neben den Temperaturen spielt auch das ungewöhnlich warme Meerwasser eine Rolle. Sollte sich die Wetterlage im Spätherbst oder Winter umstellen, könnte die feuchte Luft über dem Mittelmeer kräftige Regen- und Schneefälle begünstigen.

Bei einem ausgeprägten Italientief wären dann innerhalb kurzer Zeit große Niederschlagsmengen denkbar. In ungünstigen Fällen könnte das auch Überflutungen auslösen.

Wie heftig solche Wetterlagen ausfallen können, zeigten unter anderem die starken Niederschläge in Osttirol und Oberkärnten im November 2019 und Dezember 2020.

So sicher ist die Winter-Prognose

Bei aller Deutlichkeit der aktuellen Berechnungen bleibt ein wichtiger Vorbehalt: Saisonmodelle können nicht vorhersagen, wie das Wetter an einem bestimmten Wintertag aussehen wird. Sie zeigen lediglich, welche Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse über einen längeren Zeitraum wahrscheinlicher sind.

Gerade in Österreich erschweren die Alpen genaue langfristige Prognosen. Zudem wurde das verwendete Modell mit einer Referenzperiode von 1993 bis 2016 kalibriert, die kühler war als die vergangenen Jahre.

Beim Niederschlag ist die Unsicherheit besonders groß. Für Dezember, Jänner und Februar ergibt sich derzeit kein durchgehend klares Signal für einen nassen Winter. Die Richtung bei den Temperaturen ist dagegen deutlich: Ein insgesamt milder Winter erscheint nach den aktuellen Berechnungen wahrscheinlicher als ein kalter.

Ob die dringend benötigten Niederschläge dann langsam und gleichmäßig fallen oder in wenigen heftigen Wetterereignissen zusammenkommen, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

wil, 16.10.2026, 11:49