Im tropischen Pazifik steigen die Wassertemperaturen derzeit auf Werte, die noch nie gemessen wurden.
Das Wasser liegt mehr als drei Grad über dem langjährigen Durchschnitt - ein Wert, der den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2015 bereits übertroffen hat. Normalerweise erreicht das Wetterphänomen El Niño seinen Höhepunkt erst zwischen November und Jänner, doch heuer hat sich das Ereignis besonders schnell entwickelt.
In Südostasien brennen Wälder, über Borneo ziehen dichte Rauchschwaden. Australien bereitet sich auf Hitze und Trockenheit vor, während in Teilen Südamerikas die Angst vor Überschwemmungen wächst.
Im Atlantik sorgt El Niño traditionell für weniger Hurrikane, doch im Pazifik verstärken sich die Wirbelstürme. Wie die "TZ" berichtet, ist das aktuelle El Niño-Ereignis das stärkste seit Beginn der Aufzeichnungen.
Der Luftdruck über dem Pazifik zeigte im Sommer extreme Schwankungen, wie sie seit 150 Jahren nicht mehr beobachtet wurden.
Prognosen gehen davon aus, dass sich das Phänomen bis in den Dezember weiter verstärkt und in einzelnen Wettermodellen sogar eine Abweichung von vier Grad möglich ist - ein nie dagewesener Wert.
Obwohl Europa weit entfernt liegt, bleibt der Kontinent von den Auswirkungen nicht verschont. Nach starken El-Niño-Ereignissen war der Winter in Mitteleuropa häufig mild, nass und stürmisch.
Im Jänner und Februar könnte die Wahrscheinlichkeit für Kälteeinbrüche aus dem Norden oder Osten steigen. Sicher ist, dass die enorme Wärmemenge, die sich aktuell im Pazifik ansammelt, zeitverzögert in der Atmosphäre spürbar wird.
Weltweit könnte das Jahr 2027 Rekordtemperaturen bringen - auch für den nächsten Sommer in Europa sind das keine guten Aussichten.