Wadsak schockiert alle

"Sprengt alles, was wir bisher gesehen haben"

Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfälle! Im tropischen Pazifik baut sich ein starker El Niño auf. Wetter-Experte Marcus Wadsak warnt.
Newsdesk Heute
07.10.2026, 18:08
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Im tropischen Pazifik zeichnet sich ein außergewöhnlich starker El Niño ab. Das Klimaphänomen hat sich bereits entwickelt und könnte laut "Welt" in den kommenden Monaten enorme Ausmaße erreichen. Damit verändern sich Niederschlagsmuster in zahlreichen Regionen der Welt - mit Folgen für Landwirtschaft, Fischerei und Wirtschaft.

El Niño bezeichnet die warme Phase einer natürlichen Klimaschwankung im tropischen Pazifik. Normalerweise treiben Passatwinde warmes Wasser entlang des Äquators nach Westen. Vor Südamerika steigt dafür kälteres Wasser aus der Tiefe auf.

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Während eines El Niño werden die Passatwinde schwächer. Warmes Oberflächenwasser bewegt sich nach Osten, gleichzeitig steigt weniger kaltes Tiefenwasser auf. Dadurch verändern sich auch die Luftströmungen und damit das Wetter in unterschiedlichen Teilen der Erde.

Was ein "Super-El-Niño" bedeutet

Der Begriff "Super-El-Niño" ist eine zugespitzte populärwissenschaftliche Bezeichnung. Meteorologen unterscheiden stattdessen zwischen schwachen, moderaten, starken und sehr starken Ereignissen.

Als sehr stark gilt ein El Niño beim US-Wetterdienst NOAA ab einer Erwärmung des tropischen Zentralpazifiks von mindestens zwei Grad im maßgeblichen Dreimonatsindex. Dabei handelt es sich um den ENSO-Index und nicht um einen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um zwei Grad.

Aktuell wird laut "Welt" mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 Prozent ein sehr starker El Niño erwartet. Die Wahrscheinlichkeit für einen neuen Stärkerekord seit 1950 im Zeitraum von Oktober bis Dezember wird mit 75 Prozent angegeben.

Auch Wetter-Experte und ORF-Meteorologe warnt am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite: "Die Meeres-Oberflächen-Temperatur in der El-Nino-Region sprengt alles, was wir bisher gesehen haben."

Dürren und Überschwemmungen drohen

Die Folgen eines El Niño unterscheiden sich je nach Region und Jahreszeit deutlich. In Indonesien, Teilen Südostasiens und Australiens können Dürren und eine erhöhte Brandgefahr auftreten.

An Teilen der südamerikanischen Pazifikküste und im Süden der USA steigt dagegen die Gefahr von Starkregen und Überschwemmungen. Auch in weiteren Gebieten der Südhalbkugel können Dürren wahrscheinlicher werden und damit Probleme für die Landwirtschaft verursachen.

An der Westküste Südamerikas kann auch die Fischerei leiden, weil weniger nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche gelangt.

El Niño kann außerdem Tropenstürme in Teilen des Pazifiks begünstigen. Im Atlantik werden sie durch eine stärkere Windscherung hingegen gehemmt, heißt es in dem Bericht weiter.

Reis, Kaffee und Kakao betroffen

Die wirtschaftlichen Auswirkungen können dabei weit über den Pazifik hinausreichen. Besonders Ernten und Fischerei gelten als gefährdet. Unter anderem könnten Reis, Kaffee und Kakao zu Problemfeldern werden.

Ein besonders hoher ENSO-Index bedeutet allerdings nicht automatisch außergewöhnlich hohe Katastrophenschäden. Diese können sich auch zwischen verschiedenen Regionen verschieben. Neben der Stärke des El Niño spielen Jahreszeit, Region und weitere Wetterschwankungen eine Rolle.

Die Auswirkungen des aktuellen Ereignisses könnten laut "Welt" bis weit ins Jahr 2027 reichen. Für September bis November 2026 werden bereits in nahezu allen Landgebieten überdurchschnittliche Temperaturen erwartet.

Da sich der Einfluss eines El Niño auf die globale Temperatur häufig im darauffolgenden Jahr besonders stark zeigt, könnte 2027 einen neuen globalen Temperaturrekord erreichen.

Historische El Niños mit verheerenden Folgen

Besonders dramatisch war das Ereignis zwischen 1876 und 1878. Damals starben infolge von Dürren und Hungersnöten zwischen 30 und 60 Millionen Menschen, vor allem in Indien, China, Brasilien und Teilen Afrikas.

Auch die Ereignisse von 1685 bis 1688 sowie von 1789 bis 1793 waren extrem und könnten sogar stärker als jener El Niño von 1877 gewesen sein. Die El Niños der vergangenen Jahrzehnte erreichten diese Dimensionen nicht.

Die globale Erwärmung könnte die Auswirkungen künftiger El Niños zusätzlich verstärken. Wärmere Ozeane und eine wärmere Atmosphäre stellen mehr Energie und Feuchtigkeit für extreme Hitze und heftige Niederschläge bereit.

red,07.10.2026, 18:08