Was Mel Ismail im September vor der Küste Westaustraliens erlebte, gleicht einem Albtraum. Während der Surfer auf dem Wasser unterwegs war, wurde er plötzlich von einem Hai attackiert. Der Angriff hatte verheerende Folgen: Ismail verlor seinen rechten Unterschenkel. Doch statt aufzugeben, kämpfte der schwer verletzte Mann um sein Leben.
Erstmals schildert der Australier nun öffentlich, wie er sich gegen den Angreifer zur Wehr setzte und es trotz seiner schweren Verletzung zurück an Land schaffte. Ein Überlebenskampf, bei dem jede Sekunde zählte – und der für den Surfer wohl alles verändert hat.
Der 56-jährige Feuerwehrmann war am 14. September am Glenfield Beach nahe Geraldton surfen, als er eine Gruppe von rund 20 Delfinen entdeckte. Plötzlich traf ihn ein heftiger Schlag. Zunächst glaubte er, von einem Delfin gerammt worden zu sein. Doch Sekunden später wurde er gepackt und unter Wasser gezogen. Auge in Auge mit dem Hai versuchte Ismail verzweifelt, seine Finger in dessen Auge zu drücken. Das Tier schien ihm dabei regelrecht zuzuzwinkern. Dann biss es zu und trennte seinen rechten Unterschenkel ab.
Als Ismail wieder auftauchte, trieb sein Surfbrett einige Meter entfernt im blutigen Wasser. Aus Angst vor einem weiteren Angriff versuchte er, so schnell wie möglich ans Ufer zu gelangen. Eine Welle brachte ihn etwa 20 Meter näher an den Strand. Dort bemerkte ihn Surfer Shannan Dunn, der sofort ins Wasser eilte. Gemeinsam schafften sie es an Land, wo Ersthelfer mit einer Surfbrettleine eine provisorische Abbindung anlegten. Anschließend wurde Ismail mit einem Geländewagen zum Rettungswagen gebracht.
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Besonders erschütternd: Nur vier Tage später wurde der 63-jährige Greg O'Neill am Sorrento Beach bei Perth von einem Hai tödlich verletzt. Für Ismail steht dennoch fest, dass er eines Tages wieder ins Meer zurückkehren möchte – künftig allerdings lieber mit einem Bodyboard. Welcher Hai ihn angegriffen hat, ist weiterhin ungeklärt. Dem Tier macht er keinen Vorwurf: Als erfahrener Surfer kenne er die Risiken. Sein Überleben verdanke er vor allem den mutigen Menschen, die ihm ohne Zögern zu Hilfe kamen.