In der Provinz Venedig ist Fachleuten ein spektakulärer Fund gelungen.
Rund 30 Meter unter der Oberfläche, zwischen Punta Gorzone und Buoro in der Gemeinde Cavarzere, wurde ein unterirdischer Süßwassersee entdeckt. Das Reservoir erstreckt sich über fast 30.000 Hektar – eine Fläche, die mit dem Gardasee vergleichbar ist.
Obwohl die Entdeckung bereits im Juli 2025 bekanntgegeben wurde, erhält sie angesichts der aktuellen Dürreperioden und der zunehmenden Versalzung der Region neue Aufmerksamkeit. Der unterirdische See wird von mehr als zehn Meter dicken Schichten aus Ton und Schluff geschützt, die als sogenannte Aquitard-Schicht das Eindringen von Salzwasser stark verlangsamen.
Wie t-online berichtet, beruft sich das Medium dabei unter anderem auf lokale Medien wie "Venezia Today" und verschiedene italienische Quellen.
Lorenzo Frison, Ingenieur beim Wasserbau- und Entwässerungskonsortium Adige Euganeo und Verantwortlicher des Projekts SWAMrisk, betont: "Die Untersuchungen bestätigen, dass dieses gigantische, tief liegende Vorkommen nur wenig anfällig für das Eindringen von Salzwasser ist und nur äußerst langsam durch das Vordringen des Meerwassers beeinträchtigt wird."
Das von der EU finanzierte Projekt SWAMrisk beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Küstengebiete.
Dank der schützenden Erdschichten beträgt die Salzkonzentration im Süßwassersee in einer Tiefe von 28 bis 35 Metern lediglich ein Gramm pro Liter – ein Wert, der für landwirtschaftliche Nutzung sehr günstig ist.
Zum Vergleich: Im oberflächennahen Grundwasser beträgt der Salzgehalt in etwa sieben Metern Tiefe bis zu 14 Gramm pro Liter, was für Nutzpflanzen schädlich ist.
Die Region um Venedig leidet seit Jahren unter Dürre, sinkenden Flusspegeln und der Versalzung von Böden. Bürgermeister Mauro Armelao von Chioggia zeigte sich erfreut über den Fund: "Ich kann nur meine große Zufriedenheit über eine Entdeckung zum Ausdruck bringen, die unsere Region unmittelbar betrifft und langfristig eine strategische Ressource darstellen könnte, insbesondere für die Landwirtschaft."
Ob das Süßwasservorkommen tatsächlich zur Bewältigung von Dürrephasen genutzt werden kann, müssen weitere Untersuchungen zeigen.
Bürgermeister Armelao sieht jedoch Hoffnung: "Wasser ist Leben. Und das Wissen, dass sich unter unseren Füßen ein so bedeutendes Vorkommen befindet, eröffnet uns Möglichkeiten, die wir bisher nicht für möglich gehalten haben."