Aperol Spritz bestellt, billigeren Ersatz bekommen: In italienischen Urlaubsorten sind Behörden gegen Lokale vorgegangen, die ihren Gästen nicht das serviert haben sollen, was sie erwarteten.
In Venedig führten anonyme Meldungen zu einer Kontrolle in einer Bar. Dabei stießen die Beamten auf mehrere Flaschen mit manipulierten Verschlüssen.
Auf den Flaschen waren bekannte Marken zu sehen. Der Inhalt entsprach allerdings nicht dem Originalprodukt. Stattdessen befand sich darin ein günstigeres Getränk vom Diskonter.
Den Gästen wurde dennoch der übliche Preis für das teurere Produkt verrechnet.
Bei der Kontrolle entdeckten die Beamten außerdem 250 Produkte, bei denen die gesetzlich vorgeschriebenen Produktinformationen fehlten. Ihre Herkunft konnte damit nicht nachvollzogen werden. Die Waren waren für den Konsum durch Gäste vorgesehen und wurden beschlagnahmt.
Auch bei der Hygiene gab es Beanstandungen. Boden und Mobiliar waren stark verschmutzt. Auf der Theke, auf der Süßspeisen angeboten wurden, liefen Ameisen herum.
Zudem fehlten an einigen Stellen Fliesen, obwohl diese dort aus hygienischen Gründen vorhanden sein sollten.
Neben den Produkten ohne nachvollziehbare Herkunft wurden auch sieben Kilogramm Süßspeisen konfisziert. Bei diesen wurde davon ausgegangen, dass der Konsum ein Gesundheitsrisiko dargestellt hätte. Die Betreiber des Lokals mussten 2.000 Euro Strafe zahlen.
Bereits im Juli waren Behörden auch in Lignano Sabbiadoro auf einen ähnlichen Fall gestoßen. In zwei Bars wurde sowohl auf Aufstellern als auch in den Preislisten ausdrücklich Aperol Spritz angeboten.
Ein Glas kostete zehn Euro. Tatsächlich wurde für das Mixgetränk jedoch ein billigeres Konkurrenzprodukt verwendet. Ein damit zubereiteter Spritz hätte nur etwa die Hälfte gekostet.
Insgesamt wurden in Lignano 160 Flaschen beschlagnahmt, deren Inhalt für die Zubereitung der Spritzer verwendet worden sein soll. Die beiden Betriebe wurden angezeigt.