Mindestens sieben Nadeln allein in einem Arm: Nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee berichtet ihr Anwalt Randy Spivey von erheblichen Problemen bei den Vorbereitungen für die Giftspritze.
Die 50-Jährige sollte am Mittwochabend mit dem Mittel Pentobarbital hingerichtet werden. Doch auch nachdem ihr das Mittel zweimal verabreicht worden war, starb Pike nicht.
Sie atmete schwer, schnarchte, sang und rang um Luft. Schließlich brachen die Behörden die Hinrichtung ab.
Nach Angaben ihrer Anwälte befindet sich Pike nun in kritischem Zustand im Krankenhaus. Ihnen sei mitgeteilt worden, dass sie dort lebensrettend medizinisch behandelt werde.
Wie ihre Prognose aussieht und welche gesundheitlichen Folgen die gescheiterte Hinrichtung haben könnte, ist noch unklar.
Anwalt Randy Spivey schilderte am Donnerstag, dass es bereits beim Legen eines intravenösen Zugangs erhebliche Schwierigkeiten gegeben habe. Das Personal habe es rund eine Stunde lang erfolglos versucht.
"Ich zählte allein in ihrem linken Arm mindestens sieben Nadeln, von denen eine verbogen zu sein schien, als sie nach einem erfolglosen Versuch aus ihrem Arm gezogen wurde", wird Spivey bei "n-tv" zitiert.
Pikes Anwälte hatten bereits seit Monaten auf mögliche Schwierigkeiten bei der Hinrichtung hingewiesen. Nach ihren Angaben verfügt die 50-Jährige über kleine und schwer zugängliche Venen.
Von der "New York Times" befragte Mediziner halten es für möglich, dass zumindest ein Teil des Pentobarbitals nicht in die Blutbahn gelangte, sondern in das umliegende Gewebe.
Das könnte demnach erklären, warum die verabreichte Menge nicht ausreichte, um Atmung und Kreislauf vollständig zum Stillstand zu bringen.
Ob das Pentobarbital tatsächlich teilweise in das umliegende Gewebe gelangte, ist bislang nicht geklärt.