"Wenn ich keinen Mut zeige..."

Flydubai-Pilot packt aus: Das passierte im Cockpit

Schwer verletzt kämpfte Flydubai-Kapitän Smit Machchhar gegen seinen Co-Piloten. Jetzt schildert er die dramatischen Minuten im Cockpit.
Newsdesk Heute
02.10.2026, 11:33
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Mit verbundenem Kopf sitzt Smit Machchhar vor der Kamera. Nur zwei Tage zuvor kämpfte der indische Flydubai-Kapitän in Tausenden Metern Höhe um sein Leben – und um das seiner Passagiere. Nun schilderte er bei einem Videotelefonat mit Indiens Premierminister Narendra Modi erstmals ausführlich, was sich im Cockpit abgespielt hatte.

Machchhar war am Mittwoch mit Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv unterwegs, als ihn sein Co-Pilot im Cockpit attackiert und schwer verletzt haben soll. Während des Kampfes verlor die Boeing 737 MAX 8 rapide an Höhe.

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"Wenn ich keinen Mut zeige, werden 170 Passagiere sterben", habe er sich in diesem Moment gedacht, erzählte Machchhar im Gespräch mit Modi.

Pilot mobilisierte letzte Kräfte

Der schwer verletzte Kapitän lag nach eigenen Angaben bereits am Boden des Cockpits, während der Angriff weiterging. Dann bemerkte er, dass die Maschine stark sank. Für Machchhar war klar, dass er handeln musste. Trotz seiner Verletzungen mobilisierte er noch einmal seine Kräfte und schaffte es, die Cockpittür zu öffnen.

Damit ermöglichte er Passagieren und weiteren Besatzungsmitgliedern, ins Cockpit zu gelangen. Der mutmaßliche Angreifer konnte überwältigt werden. Zwei weitere Piloten, die sich an Bord befanden, übernahmen schließlich die Maschine.

"Natürlich kämpfte ich um mein eigenes Leben, aber zugleich wusste ich, dass ich nicht zulassen würde, dass andere sterben", schilderte Machchhar die dramatischen Augenblicke.

Notlandung in Saudi-Arabien

Die Maschine wurde nach Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens umgeleitet und landete dort sicher. Nach Angaben israelischer Stellen befanden sich 174 Passagiere an Bord. Der Großteil von ihnen soll aus Israel stammen.

Der Co-Pilot, ein Staatsbürger Omans, wurde nach dem Vorfall festgenommen. Israelische Stellen gehen nach bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass er die Maschine zum Absturz bringen wollte. Ob tatsächlich ein terroristisches Motiv hinter der Tat steckte, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate untersuchen die Hintergründe.

Machchhar selbst wurde nach der Landung medizinisch versorgt. Mittlerweile wurde er zur weiteren Behandlung in die Vereinigten Arabischen Emirate gebracht. Sein Zustand gilt als stabil.

Modi telefoniert mit verletztem Piloten

Am Freitag meldete sich der Kapitän aus dem Krankenbett bei Narendra Modi. Das Büro des indischen Premierministers veröffentlichte Aufnahmen des Gesprächs. Modi würdigte den Piloten für seinen Mut und wünschte ihm eine rasche Genesung.

Machchhar selbst zeigte sich trotz seiner schweren Verletzungen zuversichtlich. Er wolle seine Wunden nicht nur als Verletzungen betrachten, sondern seine Genesung Schritt für Schritt angehen. Es werde dauern, erklärte der Pilot, doch er sei überzeugt, wieder gesund und fit zu werden.

Bereits zuvor hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu den indischen Kapitän öffentlich gewürdigt. Trotz seiner schweren Verletzungen habe Machchhar Widerstand geleistet und die Cockpittür geöffnet. Dadurch hätten Passagiere und Besatzungsmitglieder den Angreifer überwältigen können. Netanyahu bezeichnete ihn deshalb als "wahren Helden". Auch Modi erklärte öffentlich, Indien sei stolz auf den Piloten.

red,02.10.2026, 11:33