Nach dem Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad warnen die Huthi-Rebellen vor der Nutzung des Luftraums und der Flughäfen in Saudi-Arabien. Bei der Attacke am Samstag wurden mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 300 verletzt. Am Sonntag rief die vom Iran unterstützte Rebellengruppe Fluggesellschaften, Beschäftigte und Reisende dazu auf, die Flughäfen des Landes zu meiden. Ausgenommen seien jene in den heiligen Städten Mekka und Medina.
Die Huthis bezeichneten die Flughäfen und den Luftraum Saudi-Arabiens als Gefechtsfeld. Das deutsche Auswärtige Amt warnte ebenfalls vor weiteren Angriffen. Mit einer Fortsetzung der Kampfhandlungen und zusätzlichen Luftangriffen müsse gerechnet werden. Die saudi-arabischen Behörden riefen dazu auf, Flughäfen nicht aufzusuchen und sich vor Reiseantritt über die Sicherheitslage zu informieren.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul verurteilte den Angriff auf den Flughafen von Riad als "Terrorakt gegen Saudi-Arabien und die zivile Luftfahrt". Den Angehörigen der Opfer sprach er sein Beileid aus. Der Angriff war bereits der dritte auf den Flughafen innerhalb einer Woche und zugleich der bislang folgenschwerste. Der Airport wurde vorübergehend geschlossen, sämtliche Flüge wurden umgeleitet.
Trotz des Angriffs soll der fünftägige WPC Energy Congress am Sonntag wie geplant in Riad beginnen. Der Veranstaltungsort liegt rund zehn Kilometer vom Flughafen entfernt. Nach Angaben des saudi-arabischen Staatsfernsehens haben mehr als 70 Minister, 300 Führungskräfte aus Unternehmen und Vertreter von mehr als 25 internationalen Energieorganisationen ihre Teilnahme angekündigt.
Dazu zählt auch die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Ob alle Teilnehmer persönlich anreisen oder sich virtuell zuschalten, war zunächst offen. Reiche hatte gegenüber Reuters betont, Deutschland müsse bei Entscheidungen über Energieversorgung, Infrastruktur und Investitionen vertreten sein. Das Land sei bei Öl und Gas in hohem Maß auf Importe angewiesen.
Hintergrund der Eskalation ist auch der verschärfte Konflikt im Jemen. Saudi-Arabien hat sein militärisches Engagement dort in den vergangenen Wochen verstärkt und unterstützt eine Gegenoffensive der jemenitischen Regierung. Die Huthis hatten im September strategisch wichtige Gebiete entlang der Küste des Roten Meeres eingenommen.
Das von den Rebellen beanspruchte Außenministerium drohte mit einer weiteren Verschärfung, falls Saudi-Arabien seine militärischen Maßnahmen im Jemen nicht beendet. In einer Erklärung, die der Huthi-nahe Fernsehsender Al-Masirah verbreitete, hieß es: "Sollte der saudiarabische Feind seine Aggression und Einmischung im Jemen nicht einstellen, steht – so Gott will – Schlimmeres bevor."
US-Präsident Donald Trump erklärte unterdessen, die Vereinigten Staaten erwögen, sich an den Angriffen Saudi-Arabiens auf die Huthis zu beteiligen. Der Konflikt ist Teil der regionalen Eskalation im Zuge des Krieges gegen den Iran, den die USA und Israel im Februar begonnen hatten.