Die Spannungen im Nahen Osten nehmen weiter zu. Der Iran droht mit der Sperrung weiterer Schifffahrtsrouten in der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Ein Berater des Kommandeurs der Revolutionsgarden, Mohammad Resa Nakdi, erklärte laut der halboffiziellen Nachrichtenagentur Fars, bestimmte Passagen nahe der Küste des Oman würden in Kürze geschlossen.
Nach seinen Angaben stehe die Straße von Hormus bereits unter vollständiger Kontrolle der iranischen Streitkräfte. Die Abriegelung solle so lange aufrechterhalten werden, bis die Forderungen des Iran erfüllt seien. Nakdi widersprach damit zugleich Berichten, wonach die Ölexporte aus der Golfregion inzwischen beinahe wieder das Niveau vor Beginn des Konflikts im Februar erreicht hätten.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Seehandelsrouten für den weltweiten Öltransport. Eine Einschränkung der Schifffahrt könnte deshalb auch Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte haben.
Die aktuellen Angaben zur möglichen Sperre stammen allerdings aus iranischen Quellen und lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Auch im Jemen verschärft sich die Lage. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind inzwischen mehr als 200.000 Menschen vor den Kämpfen auf der Flucht. Mitte September waren es noch rund 76.000 Vertriebene gewesen. Die IOM bezeichnete die Entwicklung als alarmierend.
Fast alle Betroffenen fliehen demnach vor den seit Anfang September wieder aufgeflammten Kämpfen zwischen den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen und den mit Saudi-Arabien verbündeten Regierungstruppen.
Auch am Mittwoch kam es zu neuen Angriffen. Die Huthi sollen den internationalen Flughafen der Hafenstadt Aden mit zwei Raketen beschossen haben. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden gab es dabei keine Opfer.
Zuvor fing die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition nach Angaben des saudischen Staatsfernsehens eine weitere Rakete ab. Sie soll auf die saudische Stadt Chamis Muschait gerichtet gewesen sein.
Der den Huthi nahestehende Sender Al Masirah berichtete außerdem von einem saudischen Angriff auf Ziele in den jemenitischen Provinzen Ibb und Tais. Eine unabhängige Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor.