Der Topf dampft, die Kartoffeln sind fast fertig und der Hunger ist groß. Doch dann die Enttäuschung: Statt schöner, gleichmäßiger Stücke schwimmen plötzlich zerfallene Kartoffeln im Kochwasser. Besonders ärgerlich ist das, wenn daraus eigentlich ein köstlicher Erdäpfelsalat oder knusprige Bratkartoffeln werden sollten. Die gute Nachricht: Ein kleiner Schuss von einer Lösung kann helfen, dieses Küchenmissgeschick zu vermeiden.
Was viele nicht wissen: In Kartoffeln steckt ein natürlicher Stoff namens Pektin. Er hilft dabei, die Pflanzenzellen zusammenzuhalten, und beeinflusst damit auch die Festigkeit der Knollen. Beim Kochen verändert sich diese Struktur. Werden die Kartoffeln zu lange erhitzt, können sie weich werden und auseinanderfallen.
Hier kommt der Essig ins Spiel. Er macht das Kochwasser saurer und kann dadurch den Abbau bestimmter Zellwandbestandteile verlangsamen. Die Kartoffeln behalten so eher ihre Form, während sie im Inneren garen. Eine knusprige Kruste entsteht durch den Essig allerdings nicht. Dafür braucht es später noch Hitze im Backofen oder in der Pfanne.
Du möchtest den Trick gleich ausprobieren? Dann koche deine Kartoffeln wie gewohnt in leicht gesalzenem Wasser. Gib etwa einen bis zwei Teelöffel hellen Essig auf einen Liter Kochwasser. Die genaue Menge ist nicht entscheidend – wichtig ist, dass das Wasser nur leicht angesäuert wird.
Du kannst den Essig bereits zu Beginn oder während des Kochens hinzufügen. Verwende am besten einen milden Weißweinessig oder Tafelessig, damit der Eigengeschmack der Kartoffeln nicht überdeckt wird. Anschließend lässt du die Erdäpfel wie gewohnt garen. Mit einem Messer kannst du prüfen, ob sie weich genug sind.
Der kleine Küchenkniff ist vor allem dann praktisch, wenn deine Kartoffeln später noch weiterverarbeitet werden. Für einen klassischen Erdäpfelsalat sollen die Scheiben schließlich schön zusammenhalten. Auch bei Bratkartoffeln oder Kartoffelspalten ist es hilfreich, wenn die Stücke beim Vorkochen nicht zerfallen. Aber Achtung: Essig allein macht noch keine perfekten Kartoffeln. Mindestens genauso wichtig ist die richtige Sorte. Greif für diese Gerichte am besten zu festkochenden Erdäpfeln.
Nicht immer ist eine möglichst feste Konsistenz erwünscht. Für flaumiges Erdäpfelpüree, cremige Suppen oder andere Gerichte, bei denen die Kartoffeln leicht zerfallen sollen, sind mehligkochende Sorten besser geeignet. Hier bringt der Essig-Trick keinen Vorteil. Im Gegenteil: Er kann das gewünschte Weichwerden erschweren.