Dieser Duft gehört zum Herbst wie raschelndes Laub und kalte Finger: frisch geröstete Maroni. Zu Hause angekommen stellt sich allerdings schnell die Frage, wie man die braunen Früchte selbst genauso gut hinbekommt: Ab in den Backofen – oder doch lieber in den Kochtopf?
Egal für welche Methode du dich entscheidest: Maroni müssen vor dem Erhitzen eingeschnitten werden. Dafür mit einem scharfen Messer ein ausreichend großes Kreuz durch die harte Schale schneiden. Das erleichtert später nicht nur das Schälen, sondern verhindert auch, dass sich im Inneren Druck aufbaut und die Früchte unkontrolliert aufplatzen.
Beim Einkauf lohnt sich außerdem ein genauer Blick: Gute Maroni sollten fest wirken und keine offensichtlichen Löcher oder Schimmelstellen haben. Auch ausgetrocknete Exemplare lässt du besser liegen. Und Vorsicht beim Selbersammeln: Esskastanien beziehungsweise Edelkastanien dürfen nicht mit Rosskastanien verwechselt werden. Letztere sind für Menschen nicht zum Verzehr geeignet.
Für den klassischen Maroni-Geschmack ist der Backofen die naheliegende Wahl: Die eingeschnittenen Früchte kommen auf ein Backblech und werden geröstet, bis die Schale an den Schnitten deutlich aufspringt und das Innere weich geworden ist. Je nach Temperatur, Größe der Maroni und Backofen dauert das ungefähr 20 bis 30 Minuten. Eine kleine ofenfeste Schale mit Wasser kann zusätzlich für Feuchtigkeit sorgen.
Danach heißt es allerdings: nicht zu lange warten. Maroni lassen sich meist leichter schälen, solange sie noch warm sind. Dabei nicht nur die harte Außenschale, sondern auch die dünne braune Haut darunter entfernen. Wegen der Hitze am besten vorsichtig arbeiten.
Du möchtest aus den Maroni lieber eine cremige Suppe, ein Püree oder eine Beilage machen? Dann kannst du sie kochen. Auch dafür die Schale zunächst einschneiden. Anschließend kommen die Früchte für ungefähr 20 Minuten in leicht gesalzenes Wasser. Öffnet sich die Schale an den Schnitten und ist das Fruchtfleisch weich, sind sie fertig.
Gekochte Maroni entwickeln weniger Röst-Aroma als jene aus dem Backofen, werden dafür schön weich und lassen sich hervorragend weiterverarbeiten.
Die Antwort hängt also weniger von richtig oder falsch als davon ab, was du anschließend mit den Maroni vorhast. Für einen gemütlichen Abend, an dem du sie noch warm direkt aus der Schale naschen möchtest, würde ich den Backofen wählen. Das Rösten sorgt für das typische Aroma und ein etwas trockeneres Fruchtfleisch. Für Suppen, Pürees, Füllungen oder andere Gerichte ist der Kochtopf dagegen praktisch, weil die Maroni weich und saftig werden.