Die ersten kühlen Abende sind da, im Supermarkt leuchtet es plötzlich wieder orange – und spätestens beim Gedanken an eine dampfende Kürbiscremesuppe ist klar: Der Herbst hat kulinarisch begonnen. Doch während manche vor dem Regal noch zwischen Butternuss, Muskat und Spaghettikürbis überlegen, haben die Österreicher längst einen eindeutigen Liebling.
Ab September wandert Kürbis wieder verstärkt in die Einkaufskörbe. Laut Gurkerl.at liegen die täglichen Bestellungen aktuell 230 Prozent über dem Durchschnitt von Juli und August. In jedem 18. Warenkorb steckt mittlerweile mindestens ein frischer Speisekürbis. Und einer dominiert deutlich: 64 Prozent der Kürbisverkäufe entfallen auf Hokkaido. Mit großem Abstand folgen Butternuss, Spaghettikürbis, Marbles-Minikürbis und Muskatkürbis.
Warum der orange Klassiker so beliebt ist, liegt wohl auch an seiner unkomplizierten Zubereitung: Hokkaido muss nicht geschält werden. Die Schale wird beim Garen weich und kann einfach mitgegessen werden.
Die große Nachfrage trifft allerdings auf eine schwierige Saison. Der heiße und trockene Sommer hat auf Österreichs Feldern Spuren hinterlassen: "Die Kürbisernte ist heuer relativ durchwachsen", erklärt Carina Gschaider vom Hof Franzlbauer in Niederösterreich. Auf bewässerten Feldern seien Ertrag und Fruchtgröße normal. Wo nicht bewässert werden konnte, seien die Kürbisse dagegen deutlich kleiner geblieben, außerdem gebe es weniger Früchte pro Pflanze. Besonders gefragt seien weiterhin Sorten, die sich unkompliziert im Ofen zubereiten lassen.
Das macht sich auch beim Preis bemerkbar. Im September 2026 kostet frischer Kürbis bei Gurkerl.at im Schnitt 2,06 Euro pro Kilogramm – 13 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Noch teurer war er im Juli mit durchschnittlich 2,46 Euro. Wer sparen möchte, könnte allerdings noch etwas Geduld haben: Im vergangenen Jahr begann das günstigste Zeitfenster Ende September beziehungsweise Anfang Oktober. Damals war Hokkaido zeitweise bereits um 1,45 Euro pro Kilogramm erhältlich.
Was mit den Kürbissen passiert, verrät ein Blick in die restlichen Einkäufe. Süßkartoffeln, Zucchini, Porree, Ingwer, Kokosmilch, Feta und Kichererbsen landen zwei- bis dreimal häufiger gemeinsam mit Kürbis im Warenkorb als sonst. Das deutet vor allem auf Suppen, Currys und Ofengerichte hin. Kerzen und andere Herbstdekoration werden dagegen kaum gemeinsam bestellt. Der Kürbis landet also offenbar lieber im Kochtopf als auf der Fensterbank.
Und der Kürbis-Boom endet längst nicht beim Gemüse. Kürbiskerngebäck wird aktuell 74 Prozent häufiger bestellt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Noch erstaunlicher entwickelt sich Pumpkin Spice. Kaffeekapseln, Sirup und Porridge mit dem herbstlichen Gewürzmix wurden in den ersten drei Septemberwochen fast fünfmal so häufig bestellt wie im Vorjahr.