Der Herbst ist für Igel eine entscheidende Zeit. Die Tiere sind in der Dämmerung und nachts unterwegs, suchen nach Futter und einem geeigneten Platz für ihren Winterschlaf. Doch zwischen Garten und Garten wartet oft ein Hindernis: ein lückenloser Zaun.
Für Igel kann ein solcher Zaun zur Sackgasse werden. Dabei braucht es nur wenig, um den Tieren den Weg freizumachen: Eine Öffnung von rund 13 Zentimetern reicht als Durchgang aus.
Damit ein Igel sicher unter einem Zaun hindurchkommt, sollte die Öffnung mindestens 13 Zentimeter Durchmesser haben. Bei einem rechteckigen Durchgang muss die Öffnung entsprechend bemessen sein.
Bei einem Holzzaun lässt sich ein Durchgang beispielsweise aussägen. Bei einem Maschendrahtzaun kann der untere Bereich ausgeschnitten werden. Wichtig: Keine scharfen Kanten, herausstehenden Nägel oder losen Drähte. Der Zugang sollte ebenerdig liegen und frei bleiben. Steine, Bretter oder dichtes Gestrüpp direkt vor dem Durchgang können ihn für die Tiere unpassierbar machen.
Besonders sinnvoll ist ein solcher Durchgang, wenn er in den nächsten Garten führt – und nicht wenige Meter später an der nächsten geschlossenen Grundstücksgrenze endet.
Igel sind keine guten Kletterer. Treffen sie auf einen vollständig geschlossenen Zaun, bleibt ihnen häufig nur, an der Grenze entlangzulaufen und nach einer Lücke zu suchen. Das kann fatale Folgen haben. Denn bei ihrer nächtlichen Nahrungssuche wechseln Igel durchaus zwischen mehreren Gärten. Dort finden sie Insekten, Würmer und andere Kleintiere.
Ein einzelner, vollständig abgeriegelter Garten kann deshalb schnell zu klein werden. Noch problematischer wird es, wenn der einzige Weg zum nächsten geeigneten Lebensraum über eine Straße führt.
Ein kleiner Durchgang kann mehrere Gärten miteinander verbinden – und damit einen sicheren Weg schaffen.
Wer Igeln helfen will, muss seinen Garten nicht auf Hochglanz bringen. Im Gegenteil: Ein bisschen Wildnis ist ausdrücklich willkommen. Laub- und Reisighaufen, Totholz, dichte Hecken und naturbelassene Ecken bieten den Tieren Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten. Auch Bereiche unter Sträuchern können als geschützte Plätze dienen.
Auf Pestizide und andere giftige Mittel sollte möglichst verzichtet werden. Sie können Igel direkt gefährden und gleichzeitig ihre Nahrungsgrundlage verringern.
Der Zaun ist allerdings nicht die einzige Gefahr. Offene Kellerschächte, Gruben, steile Teichränder oder herumliegende Netze können für Igel zu tödlichen Fallen werden. Kellerschächte sollten abgedeckt oder mit einer geeigneten Ausstiegshilfe versehen werden. Auch Regentonnen und andere Wasserbehälter müssen so gesichert sein, dass hineingefallene Tiere wieder herauskommen.
Bei einem Gartenteich hilft ein flaches Ufer. Alternativ kann ein schräg ins Wasser ragendes, aufgerautes Brett als Ausstieg dienen. Vorsicht ist auch bei Gartennetzen geboten. Igel können sich mit Beinen oder Stacheln darin verfangen und sich oft nicht mehr selbst befreien. Lose Netze sollten deshalb nicht am Boden herumliegen.
Eine weitere Gefahr lauert in vielen Gärten auf vier Rädern: der Mähroboter. Weil Igel vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv sind, können die Geräte für sie besonders gefährlich werden. Wer einen Mähroboter verwendet, sollte ihn deshalb möglichst nur tagsüber fahren lassen. Dicht bewachsene Bereiche, in denen sich Igel verstecken könnten, sollten nach Möglichkeit ausgespart werden.