Dieser Ausbruch hatte es in sich, auch wenn er denkbar langsam vonstattenging: Eine fast 45 Kilogramm schwere Spornschildkröte namens Lard brach Ende August aus ihrem umzäunten Garten aus und sorgte damit für einen ungewöhnlich komplizierten Einsatz.
Am 31. August ging beim Sheriffbüro von Jefferson County die Meldung über eine herrenlose Schildkröte ein. Als ein Tierfänger eintraf, hatte Lard bereits die Straße erreicht. Die Besitzerin war zu diesem Zeitpunkt bereits anwesend und versuchte verzweifelt, das schwergewichtige Reptil wieder nach Hause zu bringen.
Besonders kooperativ zeigte sich der Ausreißer dabei jedoch nicht. Aufnahmen der Bodycam zeigen, wie der Tierfänger versuchte, Lard zur Rückkehr zu bewegen. Doch Verhandlungen mit der Schildkröte blieben erfolglos.
Schließlich musste Muskelkraft her: Der Tierfänger und ein hilfsbereiter Passant hoben das rund 45 Kilo schwere Tier gemeinsam an und brachten es zurück in sein Zuhause.
Während des Einsatzes fiel den Männern vor allem eines auf: Lard hatte offenbar einen gewaltigen Appetit. Auf den Bodycam-Aufnahmen unterhielten sie sich darüber, dass die Schildkröte praktisch ununterbrochen fraß.
Dass Lard überhaupt aus seinem Gehege ausbrechen konnte, ist bei seiner Art nicht völlig überraschend. Spornschildkröten gehören zu den größten Landschildkröten der Welt. Ausgewachsene Tiere können mehr als 70 Zentimeter lang und deutlich schwerer als Lard werden.
Ihre kräftigen Beine sind nicht nur zum gemächlichen Marschieren gedacht. Die ursprünglich aus der afrikanischen Sahelzone stammenden Tiere sind ausgezeichnete Gräber. In freier Natur legen sie tiefe Höhlen an, um sich vor der Hitze zu schützen.
Für einen stabilen Gartenzaun kann das durchaus zum Problem werden: Was für den Menschen wie eine unüberwindbare Grenze aussieht, kann für eine kräftige Spornschildkröte zur nächsten Herausforderung werden.
Übrigens halten die Tiere auch keinen Winterschlaf - egal, wie kalt es draußen wird. Sie brauchen eine konstante Raumtemperatur von 25 bis 30 Grad Celsius. Hinzu kommt: Die Tiere wachsen schnell und können viele Jahrzehnte alt werden. Was als kleines Reptil beginnt, kann sich zu einem stattlichen Haustier entwickeln, dessen Haltung erhebliche Anforderungen stellt.