Große Augen, lautloser Flug und ein geheimnisvoller Ruf in der Nacht: Eulen erkennen wir meistens sofort. Doch ist jeder Kauz eine Eule? Und wo ordnet sich eigentlich der mächtige Uhu ein? Zeit für ein bisschen tierische Familienkunde.
Die wichtigste Antwort gleich vorweg: Uhus und Käuze sind Eulen. "Eule" ist also der Oberbegriff für eine ganze Ordnung von Vögeln. Weltweit gibt es mehr als 200 Eulenarten – vom winzigen Sperlingskauz bis zum imposanten Uhu.
Der Begriff "Kauz" ist keine eigene zoologische Gruppe, sondern steckt traditionell in den deutschen Namen verschiedener Eulenarten. Dazu gehören etwa Waldkauz, Steinkauz und Sperlingskauz. Käuze wirken häufig eher gedrungen und rundköpfig. Auffällige Federohren, wie wir sie etwa von der Waldohreule kennen, fehlen ihnen meist. Besonders bekannt ist der Waldkauz. Sein lang gezogenes, schaurig-schönes "Huu-hu-huhuhuu" gehört zu jenen Geräuschen, die in Filmen gerne für eine ordentliche Portion Nachtstimmung sorgen.
Auch der Uhu ist eine Eule – und zwar eine ziemlich beeindruckende. Der Eurasische Uhu (Bubo bubo) zählt zu den größten Eulenarten der Welt. Weibchen können eine Flügelspannweite von deutlich über eineinhalb Metern erreichen. Typisch sind seine kräftige Gestalt, die orangefarbenen Augen und die markanten Federbüschel am Kopf.
Diese sehen zwar wie Ohren aus, haben mit dem Hören aber nichts zu tun. Die tatsächlichen Ohröffnungen der Eulen liegen seitlich am Kopf unter dem Gefieder. Die auffälligen "Federohren" dienen unter anderem der optischen Kommunikation und Tarnung.
FÜNF FAKTEN
Der Uhu ist eine Eule: Er zählt sogar zu den größten Eulenarten der Welt.
Auch Käuze sind Eulen: "Kauz" ist kein zoologischer Oberbegriff, sondern Bestandteil der deutschen Namen verschiedener Eulenarten.
Federohren sind keine Ohren: Die auffälligen Büschel bei Uhu und Waldohreule bestehen nur aus Federn. Die echten Ohröffnungen liegen seitlich am Kopf.
Eulen können ihre Augen kaum bewegen: Deshalb gleichen sie das mit einem extrem beweglichen Hals aus und können den Kopf um bis zu 270 Grad drehen.
Fast lautlos unterwegs: Spezielle Strukturen an den Flugfedern dämpfen die Geräusche beim Fliegen – so hören Beutetiere die nächtlichen Jäger oft erst, wenn es zu spät ist.
Egal, ob Kauz, Uhu oder andere Eulenart: Viele Eulen sind perfekt an die Jagd bei wenig Licht angepasst. Ihre großen Augen sammeln viel Licht, während ihr außergewöhnlich gutes Gehör hilft, Beutetiere aufzuspüren. Speziell aufgebaute Federn sorgen außerdem dafür, dass die Luft beim Flügelschlag weniger Geräusche erzeugt. So können sich viele Eulen ihrer Beute beinahe lautlos nähern.