Orange, gelb, grün oder fast weiß: Sobald sich im Herbst die Kürbisse in den Supermärkten und auf den Wochenmärkten stapeln, beginnt für viele wieder die Zeit für cremige Suppen, Ofengemüse und Kürbis-Currys. Doch bevor Hokkaido, Butternut und Co. im Kochtopf landen, wartet oft die mühsamste Arbeit: die Schale.
Dabei kann man sich das Schälen bei einigen Sorten komplett sparen. Bei anderen entscheidet die Zubereitungsart – und manche Kürbisschalen sollte man besser gar nicht erst auf dem Teller lassen. Ein Überblick zeigt, bei welchen Sorten das Messer in der Schublade bleiben darf.
Grundsätzlich ist die Schale von Speisekürbissen essbar. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sie auch schmeckt. Das Problem ist vor allem ihre Konsistenz: Bei vielen Sorten ist die Außenhaut so fest, dass das Fruchtfleisch längst weich ist, während man auf der Schale noch kräftig kauen müsste.
Entscheidend ist deshalb vor allem die Garzeit: Kommt der Kürbis lange in den Ofen oder wird zu einer Suppe verkocht, kann die Schale bei manchen Sorten dranbleiben. Wird er dagegen nur kurz gebraten, ist Schälen häufig die bessere Wahl.
Er ist nicht ohne Grund der Star der Kürbis-Saison: Beim Hokkaido kann die orange Schale problemlos mitgegessen werden. Beim Kochen und Backen wird sie weich und erspart damit nicht nur Arbeit, sondern sorgt auch für zusätzliches Aroma. Ob Suppe, Curry, Püree oder Kürbisspalten aus dem Ofen – in den meisten Fällen genügt es, den Hokkaido gründlich zu waschen, aufzuschneiden und die Kerne zu entfernen.
Eine Ausnahme gibt es: Soll der Kürbis roh oder fein geraspelt für Puffer und Bratlinge verwendet werden, kann die Schale störend sein. Dann lohnt sich das Schälen.
Beim Butternut ist die Sache nicht ganz so eindeutig. Seine helle Schale ist zwar grundsätzlich essbar, benötigt aber länger, um weich zu werden. Wer den Kürbis längere Zeit im Ofen röstet oder ihn anschließend zu einer Suppe püriert, kann die Schale durchaus dranlassen. Soll der Butternut hingegen nur kurz in der Pfanne landen, empfiehlt es sich, ihn vorher zu schälen. Praktisch: Durch seine glatte Oberfläche lässt sich die Schale vergleichsweise einfach mit einem Sparschäler oder scharfen Messer entfernen.
Der Patisson fällt schon optisch aus der Reihe. Wegen seiner flachen, gezackten Form wird er auch "Ufo-Kürbis" genannt und erinnert geschmacklich ein wenig an Zucchini.
Vor allem junge und kleine Exemplare sind unkompliziert: Sie können mitsamt Schale und weichen Kernen verarbeitet werden. Größere Patissons eignen sich wiederum hervorragend zum Füllen und Garen im Ofen. Allzu lange sollte man mit der Verarbeitung allerdings nicht warten, denn die Sorte ist weniger lange lagerfähig als so mancher Kürbis-Kollege.
Beim Muskatkürbis entscheidet, ähnlich wie beim Butternut, die Zeit. Seine markante, gerippte Schale kann zwar mitgegart werden, ist jedoch ziemlich hart. Bei Gerichten mit langer Garzeit kann sie weich genug werden. Wer den Kürbis nur kurz zubereitet oder keine zähe Schale riskieren möchte, sollte sie lieber vorher entfernen.
Eine Sonderrolle spielt der Spaghettikürbis: Er wird häufig im Ganzen gegart – dafür sollte seine harte Außenhaut vorher mehrmals eingestochen werden. Nach dem Garen wird er halbiert und das Fruchtfleisch mit einer Gabel herausgelöst. Dabei zerfällt es in die typischen langen Fasern, denen der Kürbis seinen Namen verdankt. Die feste Schale dient dabei praktisch als natürliche Schüssel, gehört aber nicht mitgegessen.
Auch bei Sorten wie dem Gelben Zentner oder dem kleinen Baby Bear ist Schälen die bessere Wahl. Ihre Außenhaut ist vergleichsweise hart und wird beim Garen nicht so angenehm weich wie beim Hokkaido.