Mittagspause, schnell in den Supermarkt und etwas Gesundes muss her. Der Griff zum fertig geschnittenen Salat scheint perfekt: Beutel auf, Dressing dazu, fertig. Was viele dabei vergessen: Zwischen den knackigen Blättern können sich auch unerwünschte Gäste verstecken.
Das Problem beginnt bereits beim Zerkleinern. Durch das Schneiden entstehen feuchte Schnittstellen, aus denen Zellsaft austritt. Zusammen mit der Feuchtigkeit in der Verpackung entstehen Bedingungen, unter denen sich vorhandene Mikroorganismen leichter vermehren können.
Krankheitserreger können zudem bereits beim Anbau, während der Ernte oder später bei der Verarbeitung auf den Salat gelangen. Weil dieser anschließend roh gegessen wird, fehlt ein entscheidender Schritt: Anders als beim Kochen werden mögliche Keime nicht durch Hitze reduziert. Besonders wichtig ist deshalb eine durchgehende Kühlkette: Bleibt der Beutel längere Zeit in der Wärme liegen, können sich vorhandene Mikroorganismen schneller vermehren.
Für gesunde Menschen ist der abgepackte Salat bei richtiger Lagerung grundsätzlich kein Grund zur Panik. Untersuchungen zeigen allerdings, dass Krankheitserreger in einzelnen Produkten vorkommen können.
Beim deutschen Zoonosen-Monitoring wurden etwa in einzelnen als verzehrfertig gekennzeichneten Blattsalaten Salmonellen oder STEC-Bakterien nachgewiesen. Eine große Untersuchung aus England und Nordirland mit knapp 2.500 Proben zeichnete hingegen ein eher beruhigendes Bild: Krankheitserreger wurden dort nur selten gefunden. Das Risiko ist also nicht null – gleichzeitig bedeutet ein Beutel Fertigsalat keineswegs automatisch eine Gesundheitsgefahr.
Anders sieht es für bestimmte Risikogruppen aus. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt Schwangeren, Kleinkindern sowie älteren und immungeschwächten Menschen, vorsichtshalber auf vorgeschnittene und verpackte Salate zu verzichten. Für sie ist frisch zubereiteter Salat die bessere Wahl. Wichtig: Auch gründliches Abspülen ändert diese Empfehlung nicht.
Auf vielen Verpackungen steht "vorgewaschen" oder sogar "verzehrfertig". Trotzdem empfiehlt es sich für gesunde Menschen, den Inhalt vor dem Essen noch einmal gründlich unter fließendem Wasser abzuspülen. Dadurch lässt sich die Keimzahl reduzieren, vollständig beseitigen lassen sich mögliche Krankheitserreger allerdings nicht. Umso wichtiger bleibt der richtige Umgang mit dem Produkt.
Der Sicherheitscheck beginnt deshalb bereits am Kühlregal. Die Blätter sollten frisch aussehen und weder stark braun noch matschig oder welk sein. Auch von ungewöhnlich aufgeblähten Packungen oder Beuteln mit viel Flüssigkeit sollte man besser die Finger lassen.
Nach dem Einkauf gehört der Salat möglichst schnell zurück in die Kühlung. Bei sommerlichen Temperaturen kann für den Heimweg eine Kühltasche sinnvoll sein. Geöffnete Packungen sollten rasch verbraucht werden.
Besonders ernst nehmen sollte man das aufgedruckte Verbrauchsdatum. Steht auf der Verpackung "zu verbrauchen bis", sollte der Salat nach diesem Datum nicht mehr gegessen werden.
Gegen das Sackerl spricht allerdings nicht nur das mögliche Keimrisiko. Während der Lagerung können empfindliche Nährstoffe abnehmen. Hinzu kommt: Fertig geschnittener Salat ist häufig teurer als ein ganzer Salatkopf und produziert zusätzlich Plastikmüll.