Vanilleeis, eine knackige Hülle und eine Prise Salz – klingt zunächst nach einem ziemlich normalen Dessert. Doch bei diesem Food-Trend besteht der Überzug nicht aus Schokolade, sondern aus purer Butter. Das Eis wird kurzerhand hineingetunkt und anschließend gesalzen. Im Netz sorgt die ungewöhnliche Kombination gerade für Millionen Klicks – und reichlich Diskussionen.
Nach geraspelten Tiefkühl-Tomaten, Cola mit Essiggurkerl und Pfefferoni oder Kipferl mit Eis liefert Social Media damit den nächsten kulinarischen Aufreger. Der neueste Food-Trend: "Butter-Dipped Ice Cream".
Besonders viel Aufmerksamkeit bekam der Trend durch ein TikTok-Video der US-Supermarktkette Stew Leonard's. Mehr als elf Millionen Aufrufe soll der Clip bereits gesammelt haben. Die Idee dahinter ist denkbar simpel: Soft Ice wird in flüssige Butter getaucht, die anschließend auf dem Eis fest wird. Etwas Salz sorgt für den süß-salzigen Kontrast.
Ganz neu ist die Kreation allerdings nicht. Die aktuelle Variante wird mit dem französischen Pâtissier Dominique Ansel in Verbindung gebracht. Der machte sich bereits mit einer anderen ungewöhnlichen Erfindung einen Namen: dem Cronut, einer Mischung aus Croissant und Donut.
In seiner New Yorker Bäckerei Papa d'Amour kombiniert Ansel Soft Ice mit einer dünnen Schicht französischer Butter und Honig. Dazu kommen Fleur de Sel und ein Mochi im Stanitzel.
Wer jetzt eine Butter-Eis-Suppe vor Augen hat, kann beruhigt sein. Butter wird bereits bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen flüssig und muss für den Trend deshalb nur leicht erwärmt werden.
Trifft sie auf das eiskalte Soft Ice, kühlt das Milchfett rasch wieder ab und bildet eine feste Schicht. Der Kontakt ist zudem so kurz, dass das Eis darunter nicht sofort davonschmilzt. Das Ergebnis erinnert optisch ein wenig an Eis mit Schokoüberzug – geschmacklich dürfte die Sache allerdings polarisieren.
Kulinarikexpertin Christine Fiorentino von "Allrecipes" ging laut eigener Schilderung zunächst skeptisch an den Test heran, zeigte sich danach aber angetan. Die Kombination aus Vanille, Butter und Salz empfand sie als ungewöhnlich, aber überraschend schmackhaft. Weniger Freude hatte "Guardian"-Journalistin Isabella Lee. Für sie wurde vor allem die Konsistenz zum Problem: Während das Eis im Mund schnell schmolz, blieb die Butter länger zurück.
In den Kommentaren auf Social Media ist die Bandbreite groß. "Ekelhaft – ich nehme zwei", schreibt eine Person. Eine andere erklärt, sie würde den Trend "ohne mit der Wimper zu zucken" probieren – und fügt ironisch hinzu: "Es könnte aber mein letzter Herzschlag sein." Weitere Kommentare: "Ein Cholesterin-Stanitzel, bitte" und "Ich kann förmlich hören, wie sich deine Arterie zusperrt".
Manche überlegen schon, wie man das Ganze noch toppen könnte: Butter mit Zimt und Zucker, braune Butter oder kandierte Pekannüsse werden vorgeschlagen. Eine Userin hat das Eis bereits probiert und schlechte Erinnerungen daran. Die ersten zwei Bissen seien noch gegangen, dann sei es immer grauslicher geworden. Und zu allem Überfluss hat ihr Freund danach am Parkplatz Schluss gemacht – seitdem ist sie von dieser Glace "traumatisiert".