Draußen wird es früher dunkel, morgens möchte man die Bettdecke am liebsten gar nicht mehr verlassen – und trotzdem fühlt man sich nicht automatisch ausgeschlafen. Der Herbst verändert unseren Alltag und damit auch jene Signale, an denen sich unsere innere Uhr orientiert. Die gute Nachricht: Mit einigen einfachen Gewohnheiten lässt sich der Körper dabei unterstützen, auch durch die dunklere Jahreszeit möglichst erholt zu kommen.
Wenn die Tage kürzer werden, verbringen viele Menschen automatisch weniger Zeit im Freien. Dabei orientiert sich unser zirkadianer Rhythmus stark am Wechsel zwischen Hell und Dunkel. Helles Licht am Morgen unterstützt die innere Uhr und fördert tagsüber die Wachheit. Selbst an bewölkten Tagen kann ein Aufenthalt draußen sinnvoller sein, als den Vormittag ausschließlich in schwach beleuchteten Innenräumen zu verbringen.
Deshalb: Vor der Arbeit eine kleine Runde gehen, einen Teil des Arbeitsweges zu Fuß zurücklegen oder den Morgenkaffee auf Balkon und Terrasse trinken. Es muss kein stundenlanger Spaziergang sein.
Was morgens erwünscht ist, kann abends zum Problem werden. Helles Licht signalisiert unserem Körper Wachheit. Besonders in den Stunden vor dem Schlafengehen kann es deshalb helfen, die Beleuchtung zu reduzieren und Smartphone, Tablet oder Laptop nicht bis zur letzten Sekunde im Bett zu verwenden.
Stattdessen darf der Herbst ruhig ausgespielt werden: gedämpftes Licht, ein Buch, eine warme Dusche oder eine andere ruhige Abendroutine können den Übergang zum Schlaf einleiten.
Sinken draußen die Temperaturen, wird drinnen gerne ordentlich eingeheizt. Für das Schlafzimmer ist tropisches Klima allerdings keine gute Idee. Eine kühle, dunkle und ruhige Schlafumgebung kann guten Schlaf unterstützen. Die persönliche Wohlfühltemperatur unterscheidet sich zwar von Mensch zu Mensch, zu warm sollte das Zimmer jedoch nicht sein.
Wer schnell friert, muss deshalb nicht mit klappernden Zähnen einschlafen. Lieber eine passende Decke verwenden, statt die Heizung auf Anschlag zu drehen.
Wenn es bereits am späten Nachmittag dunkel wird, lockt die Couch früher als noch im Sommer. Wer dann lange döst, könnte allerdings abends weniger müde sein. Auch Bewegung sollte in der kalten Jahreszeit nicht komplett verschwinden. Regelmäßige körperliche Aktivität gehört zu den Gewohnheiten, die gesunden Schlaf unterstützen können. Ein Spaziergang in der Mittagspause schlägt dabei gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Bewegung und Tageslicht.
Schwere Mahlzeiten direkt vor dem Schlafengehen können ebenfalls stören. Gleiches gilt für Koffein am späten Nachmittag oder Abend und Alkohol vor dem Zubettgehen. Alkohol kann zwar zunächst müde machen, ist aber kein verlässlicher Helfer für erholsamen Schlaf.
Der Herbst kann damit sogar zur perfekten Jahreszeit für eine bessere Schlafroutine werden: morgens Licht tanken, tagsüber bewegen, abends herunterfahren und das Schlafzimmer angenehm kühl halten.