Sprengt Grenzen

Über 30 Grad! Super-El-Niño knackt Pazifik-Rekord

Im wichtigen El-Niño-Messgebiet ist das Meer erstmals über 30 Grad warm. Der Höhepunkt wird erst im Dezember erwartet - mit Folgen weltweit.
Newsdesk Heute
08.10.2026, 14:46
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Der Pazifik erreicht einen neuen Höchststand: Im zentralen und östlichen tropischen Ozean hat die durchschnittliche Oberflächentemperatur im wichtigen El-Niño-Messgebiet erstmals 30 Grad überschritten. Und der Höhepunkt des Klimaphänomens steht offenbar noch bevor.

Daten vom 5. Oktober zeigen einen noch nie registrierten Rekord in der sogenannten Niño-3.4-Region im Zentralpazifik. Die Grafik des Climate Reanalyzer der University of Maine zeigt die jüngsten Tageswerte eindrücklich. Das Messgebiet dient dazu, die Stärke von El Niño einzuschätzen.

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Tägliche Meeresoberflächentemperatur in der Niño-3.4-Region
Climate Reanalyzer / University of Maine, CC BY 4.0

Forscher spricht von "Super"-Ereignis

Klimaphysiker Helge Gößling vom Alfred-Wegener-Institut erklärt, man könne "mittlerweile klar von einem außergewöhnlichen 'Super'-Ereignis sprechen". Die starken El Niños von 1997 und 2015 seien in dieser Region zur selben Jahreszeit mehr als ein Grad kühler gewesen.

Die Weltwetterorganisation (WMO) erwartet eine weitere Verstärkung bis Dezember. Generalsekretärin Celeste Saulo bestätigt: "El Niño ist fest etabliert und verstärkt sich rasch." Mit nahezu hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit dürfte das Ereignis bis Februar 2027 anhalten.

Für Oktober bis Dezember wird im Messgebiet eine durchschnittliche Abweichung von rund 3,7 Grad über dem Normalwert prognostiziert. Der bisherige Rekord für ein Dreimonatsmittel lag bei 2,6 Grad. Diese saisonalen Werte sind nicht direkt mit einzelnen Tagesmessungen vergleichbar.

Mehr Risiko für Hitze und Überschwemmungen

Die Folgen reichen weit über den Pazifik hinaus: In großen Teilen der Welt werden überdurchschnittliche Temperaturen wahrscheinlicher. Gleichzeitig verschieben sich Niederschlagsmuster - mit erhöhtem Risiko für Dürren und Überschwemmungen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Ort täglich wärmer wird. Die saisonalen Prognosen ersetzen außerdem keine lokalen Wettervorhersagen.

red,08.10.2026, 14:46