Neue Vorwürfe im Epstein-Skandal: Demokratische Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses fordern strafrechtliche Ermittlungen gegen Präsident Donald Trump. Grundlage ist ein 50-seitiger Bericht, der am Montag veröffentlicht wurde. Darin geht es um mögliche Widersprüche in Trumps Aussagen über seine frühere Verbindung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Die Demokraten werfen Trump vor, "Mitte bis Ende der 1990er-Jahre aktiv an Jeffrey Epsteins sexuellem Missbrauch junger Frauen beteiligt" gewesen zu sein. Bewiesen sind diese Anschuldigungen allerdings nicht.
Ein Streitpunkt ist Trumps Privatclub Mar-a-Lago. Der Präsident hatte behauptet, Epstein wegen unangemessenen Verhaltens hinausgeworfen zu haben. Laut dem Bericht soll er gegenüber seinem Clubmanager und Anwälten jedoch erklärt haben, dass Epstein nie zum Verlassen des Clubs aufgefordert worden sei.
Auch Trumps Wissen über Epsteins Missbrauchstaten wird hinterfragt. In einer angeblichen E-Mail an den Journalisten Michael Wolff soll Epstein 2019 behauptet haben, Trump habe von den Mädchen gewusst.
Bereits 2006 soll Trump zudem mit dem Polizeichef von Palm Beach telefoniert und erklärt haben, dass Epsteins Taten allgemein bekannt gewesen seien. Eine eigene Beteiligung an Straftaten lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Die Demokraten führen außerdem Aufzeichnungen an, die Trumps Darstellung widersprechen sollen, niemals mit Epsteins Privatjet geflogen zu sein.
Für Diskussionen sorgt auch ein angeblicher Geburtstagsbrief mit einer anzüglichen Zeichnung und Trumps Unterschrift. Der Präsident bestreitet, das Schreiben verfasst zu haben. Die Demokraten verweisen hingegen auf ähnliche Zeichnungen und signierte Notizen aus seiner Vergangenheit.
Schwere Vorwürfe richten sich zudem gegen das US-Justizministerium. Nach Ansicht der Demokraten wurden wichtige Epstein-Unterlagen zurückgehalten oder nur stark geschwärzt veröffentlicht. Auch mögliche Interessenkonflikte von Justizminister Todd Blanche werden angesprochen.
Die Abgeordneten sehen ausreichend Anhaltspunkte für weitere strafrechtliche Untersuchungen. Der Bericht wurde kurz vor den US-Kongresswahlen veröffentlicht.