Ein Paukenschlag kurz nach Ostern erschüttert den ORF: Der Geschäftsführer der ORF-Enterprise, Oliver Böhm, ist mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden. Der öffentlich-rechtliche Sender bestätigte entsprechende Informationen gegenüber dem "HORIZONT", nachdem zuvor bereits Gerüchte kursierten.
Bereits seit Donnerstagabend der vergangenen Woche waren erste Hinweise im Umlauf. Während der ORF diese zunächst noch zurückgewiesen hatte, folgte nun die offizielle Bestätigung. In einer Stellungnahme heißt es wörtlich: "Nachdem rund um Ostern Vorwürfe gegen ORF-Enterprise-Geschäftsführer Oliver Böhm aufgekommen sind, wurde er unverzüglich beurlaubt und eine Compliance-Untersuchung durch interne und externe Expert:innen eingeleitet."
Weiter erklärt der Sender: "Sobald Ergebnisse dieser Untersuchung vorliegen, wird der ORF über die nächsten Schritte entscheiden und darüber auch sofort informieren. Wir bitten um Verständnis, dass wir zum Schutz aller Beteiligten vorab über keine Details, sondern erst über Ergebnisse dieser Untersuchung informieren werden."
Welche konkreten Vorwürfe im Raum stehen, ließ der ORF auf Nachfrage offen. Klar ist lediglich, dass nun interne und externe Stellen mit der Aufarbeitung betraut wurden.
Die Personalie hat jedenfalls Gewicht: Böhm verantwortete als Chef der ORF-Enterprise zuletzt ein Werbevolumen von 224 Millionen Euro (2025). Zudem zählte er zu den Spitzenverdienern im Unternehmen – laut Ende März veröffentlichter Liste lag er mit einem Jahreseinkommen von 348.999 Euro auf Platz drei hinter Pius Strobl und Roland Weißmann.
Die aktuelle Entwicklung trifft den ORF empfindlich und sorgt einmal mehr für Diskussionen. Nach der Causa rund um Generaldirektor Roland Weißmann steht damit bereits der nächste schwerwiegende Vorfall im Raum. Gleichzeitig dürfte auch die Debatte über hohe Managergehälter im ORF weiter an Fahrt aufnehmen.