F9 Ultra im "Heute"-Test

Neues Poco-Smartphone ersetzt gleich mehrere Geräte

Poco verlässt mit dem F9 Ultra die Nische und liefert das bisher kompletteste Smartphone ab. Das hat seinen Preis, kann sich aber durchaus lohnen.
Leo Stempfl
13.09.2026, 20:00
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Bei der Xiaomi 15-Serie war es der Fall, ebenso bei der Redmi-Reihe, Poco hingegen bleibt der Folge treu und überspringt keine Zahl: Nach dem Poco F8 kommt das F9. Die Xiaomi-Marke versprach stets Flaggschiff-Ausstattung zum Mittelklasse-Preis. Jetzt ist das Poco F9 Ultra da – und "Heute" konnte es bereits genauer unter die Lupe nehmen.

Preislich ist Poco mittlerweile definitiv im Flaggschiff-Bereich angekommen. Der Verkaufspreis liegt bei 1.099 Euro, wobei es zum Release üppige Rabatte gibt, die den Betrag bis auf 829 Euro drücken. Und dafür bekommt man ordentlich was geboten (unter anderem sechs Jahre Software-Updates).

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Poco schnappt Apple die Farbe weg

Der erste Eindruck: enorm wertig, edel auch die Farbe "Dark Cherry" – Poco ist hier der neuen Farbvariante des iPhone 18 Pro zuvorgekommen. Auf der Rückseite sitzt nun ein breiter Kamera-Hügel, der optisch ebenfalls stark an das iPhone erinnert, doch neben den Linsen prangt ein noch größerer Kreis. Dabei handelt es sich um einen Subwoofer, der das 2.1-Soundsystem "by Bose" abrundet. Poco will nun offenbar nicht nur Handheld-Konsolen überflüssig machen, sondern auch Bluetooth-Boxen.

Wie gut das funktioniert, zeigt direkt der erste Test. Nach dem Abspielen eines basslastigen Rap-Tracks sagt eine Kollegin verwundert, gerade geglaubt zu haben, der Song sei über eine Box abgespielt worden. Der Sound: Ausgezeichnet, klar und selbst bei höchster Lautstärke nicht übersteuert. Das Mitschleppen einer Bluetooth-Box wird in einigen Situationen damit wirklich nicht mehr notwendig sein.

Bildschirm überzeugt in allen Umgebungen

Bislang war Poco jene Serie, die maximale Leistung bei möglichst kleinem Preis versprach. Und diese Leistung ist mit einem Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 Prozessor und 16 GB Arbeitsspeicher auch diesmal wieder an Bord. Ein 6,9 Zoll großes AMOLED-Display mit 185 Hertz rundet das perfekte Gaming-Package ab. Der Bildschirm fällt aber auch sonst durch seine gute Helligkeit, Schnelligkeit und kräftige Farben auf, all das selbst bei praller Sonne im Freien.

Ein zentrales Verkaufsargument ist die Leistung bei Gaming – und hier glänzt das Poco in bewährter Manier. Hierfür bietet das Betriebssystem sogar einen "Game Turbo" und ein kleines Fenster, in dem mehr Leistung bereitgestellt und die Auslastung überwacht werden kann. Außerdem gibt es hier im Schnellzugriff für Gaming praktische Features wie Bildschirmaufnahme, Speicherbereinigung und mehr.

Das Gaming-Center im Poco F9 Ultra.
leo

Auch bei einer längeren Gaming-Session beim Pendeln und anschließendem Musikhören am Feierabend wird man das Gerät nicht aufladen müssen, denn der Akku fasst satte 8.050 mAh – gute 25 Prozent mehr als der Vorgänger. Wieder aufgeladen kann es mit bis zu 100 Watt (oder neu auch kabellos mit bis zu 50 W) werden, wobei ein Netzteil nicht beiliegt.

Kamera bekommt Flaggschiff-Upgrade

Bisher oft ein Kritikpunkt war die Kamera, hier schließt das Poco F9 Ultra jetzt zur Konkurrenz auf. Die Hauptlinse bietet 200 Megapixel, doch wer damit fotografieren will, muss nach der Auslösung einige Sekunden warten, bis das Bild fertig verarbeitet wurde. Alltagstauglich ist das nicht unbedingt, das sind Bilder mit 200 MP, die bis zu 50 Megabyte groß sind, aber ohnehin nicht.

Deutlich spannender und praktikabler ist hier der 5x optische Zoom, die 50 MP der Tele-Linse sind hier ebenfalls Flaggschiff-Standard. Digital kann bis zu 100x reingezoomt werden. Die Ergebnisse zeigen dabei klare Kanten und können sich durchaus sehen lassen, bleiben nur knapp hinter der Konkurrenz zurück.

Fotos mit der Hauptkamera brillieren vor allem mit ihren kräftigen und natürlichen Farben, Schnappschüsse im Gehen sind gestochen scharf. Überzeugend fallen auch Fotos in der Nacht aus, wobei man hier naturgemäß ein etwas ruhigeres Händchen beweisen sollte. Die Selfie-Kamera mit 32 MP ist grundsolide.

Videos kann das Poco in 8K aufnehmen und liefert auch hier untertags gute Ergebnisse mit schönen Farben und einer fast perfekten Stabilisierung. Deutlich mehr Wackeln gibt es bei Aufnahmen mit der Selfie-Kamera und in der Nacht, für Vlogger wäre das F9 Ultra also nicht unbedingt geeignet – obwohl es mit der Dual-Video-Funktion ein spannendes Feature gibt.

Fazit

Das Poco F9 Ultra ist das bisher kompletteste Smartphone der Marke. Enorme Leistung, hervorragendes 185-Hertz-Display, riesiger 8.050-mAh-Akku und ein überraschend starkes Soundsystem machen es vor allem für Gamer zum echten Kraftpaket. Gleichzeitig schließt Poco mit der deutlich verbesserten Kamera eine seiner bisher größten Baustellen.

Doch der Fortschritt hat seinen Preis. Mit 1.099 Euro spielt Poco plötzlich in einer Liga mit den Flaggschiffen von Samsung, der Dachmarke Xiaomi und Co. – und dort ist die Konkurrenz bei Kamera und Video teilweise noch besser. Dazu kommt das F8 Ultra, das bereits enorme Leistung bietet und mittlerweile deutlich günstiger zu bekommen ist.

Zum regulären Preis ist das F9 Ultra deshalb kein automatischer Preis-Leistungs-Sieger mehr. Mit dem Start-Rabatt um 829 Euro ändert sich das schlagartig: Dann bekommt man eines der leistungsstärksten und ausdauerndsten Android-Handys am Markt – und ein Poco, das endgültig in der Oberklasse angekommen ist.

leo,Akt. 13.09.2026, 20:09, 13.09.2026, 20:02