Der Neusiedler See verliert immer mehr Wasser. Der Stand ist über den Sommer kontinuierlich gesunken und liegt mittlerweile nur noch drei Zentimeter über dem historischen Tiefstwert aus dem Jahr 2022, das berichtet der ORF. Dabei hatte der See zu Jahresbeginn noch deutlich mehr Wasser als vor vier Jahren.
Die Folgen bekommen die Betriebe um den See deutlich zu spüren. Schlamm, niedrige Wasserstände und ausbleibende Kunden machen ihnen das Leben schwer. Die Sorge vor dem kommenden Jahr wächst.
Besonders dramatisch zeigt sich die Situation derzeit in Rust. Dort bleiben viel mehr Boote als sonst im Schlamm stecken, obwohl der betroffene Bereich erst vor wenigen Wochen ausgebaggert wurde.
Die Sorge ist auch in Weiden am See groß. Der Bootselektriker Philipp Kolla beschreibt laut ORF heuer einen enormen Geschäftsrückgang von rund 30 Prozent.
Er erinnert sich an das Jahr 2022, als zahlreiche Wassersportler auf den Balaton in Ungarn auswichen. Auch damals verlor er viele Kunden.
Kolla befürchtet, dass sich die Situation weiter zuspitzen könnte. Denn auch Tourismus, Handwerk, Fischerei und Lebensmittelhandel bekommen die Auswirkungen zu spüren.
Seine Warnung fällt deutlich aus: "Wenn da kein Wasser hineinkommt, dann schaut es nächstes Jahr komplett traurig aus. Also ich glaube nicht, dass man dann den Wassersport, wie man ihn gewöhnt ist, noch weiterführen kann."
Um die Situation zu verbessern, arbeitet die Seemanagement GmbH an mehreren Maßnahmen. Ein Schwerpunkt, so der ORF, liegt auf dem Entfernen von altem Schilf, das wie ein Schwamm wirkt und Wasser bindet.
Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für das Absaugen von Schlamm in den Häfen und Zufahrten der 14 Seegemeinden.
In Weiden am See entsteht außerdem ein weiteres Schlamm-Absetzbecken. Es ist bereits das sechste rund um den Neusiedler See.