Wiener Gemeinderat

"Nicht ausgesucht" – Streit um Kultur-Sparstift in Wien

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler musste im Gemeinderat Einsparungen verteidigen. Auch die Festwochen und Peter Thiel waren ein heißes Thema.
Wien Heute
16.06.2026, 21:15
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Sparmaßnahmen im Kulturbereich waren Dienstag (16.6.) Thema im Wiener Gemeinderat. Erst vor Kurzem wurden neue Förderrichtlinien vorgestellt, die das Ende der bisherigen Mehrjahresförderungen einzuläuten schienen. Demnach sollen mehrjährige Gesamtförderungen künftig nur noch "in absoluten und besonders begründeten Ausnahmefällen" vergeben werden.

Mehrjährige Förderungen

Die vierjährigen Konzeptförderungen bleiben aber für die darstellende Kunst aber ebenso erhalten wie die zweijährigen Gesamtförderungen für Tanz, Theater und Performance. Damit sollen Künstlerinnen, Künstler und Kulturinstitutionen weiterhin langfristig planen können.

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"Situation nicht ausgesucht"

Sie habe sich die Situation nicht ausgesucht, so Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler im Gemeinderat. Es sei jedoch gelungen, das Kulturbudget in den letzten acht Jahren um 58 Prozent zu steigern. Die Pölster seien jedoch nicht dick.

"Solidarbeitrag" für Festwochen?

Diskutiert wurde um einen "solidarischen Beitrag" für die Wiener Festwochen zum Sparpaket im nächsten Jahr. Intendant Milo Rau habe schon heuer auf zusätzliches Honorar verzichtet. Bei der Posse um den Auftritt des umstrittenen Tech-Milliardärs Peter Thiel habe sie niemanden "zurückgepfiffen".

Opposition geschlossen dagegen

Die neuen Förderrichtlinien passierten am Dienstagnachmittag den Gemeinderat mit den Stimmen von SPÖ und NEOS. Die Oppositionsparteien stimmten geschlossen dagegen. "Die Einschränkung der Kulturförderungen ist Rückschritt für Wiens Kulturszene", kritisieren die Grünen. "Für Theaterhäuser, Vereine und zahlreiche Kunstschaffende, die bislang mehrjährige Förderungen außerhalb der Konzeptförderung erhalten haben, bleibt die Situation weiterhin ungeklärt", so Grünen-Kultursprecherin Ursula Berner.

FPÖ-Kritik an Festwochen

Scharfe Kritik übte auch FPÖ-Wien Kultursprecher Lukas Brucker. Besonders kritisch sieht Brucker die Finanzierung der Wiener Festwochen. "Während bei vielen Kulturschaffenden Unsicherheit herrscht, fließen Jahr für Jahr 13,6 Millionen Euro Steuergeld an die Wiener Festwochen", so Brucker. Es stelle sich die Frage nach kultureller Ausgewogenheit und verantwortungsvoller Förderpolitik, heißt es in einer Aussendung.

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