Ein Wettlauf gegen die Zeit, der für einen 79-jährigen Patienten tödlich endete! Bei dem Mann aus Salzburg riss die Hauptschlagader (Aorta) – er musste dringend operiert werden. Doch ein zweites Herzchirurgie-Team für Notfälle außerhalb der regulären Dienstzeiten gab es nicht. Der Patient sollte nach Linz verlegt werden – doch die Hilfe kam zu spät.
Jetzt beschäftigt der tragische Fall die Justiz. Die Hinterbliebenen fordern von den Salzburger Landeskliniken (SALK) 120.000 Euro Schmerzensgeld.
Am Donnerstag stand vor Gericht die Frage im Mittelpunkt, warum kein zweites Herzchirurgie-Team bereitstand. Der ehemalige Primar der Herzabteilung erklärte laut dem ORF, dass eine zusätzliche Bereitschaft mit dem damaligen Personalstand organisatorisch nicht möglich gewesen sei.
Mindestens sieben Mitarbeiter wären nötig gewesen, um ein solches Reserveteam aufzustellen. Bei jährlich nur rund 30 derartigen Spezialnotfällen seien die personellen Ressourcen begrenzt gewesen.
Seit einem Jahr kämpfen die Hinterbliebenen vor Gericht. Die Landeskliniken bestreiten allerdings jegliche Versäumnisse. Die Klinikgesellschaft habe als Dienstgeber die Personalvorgaben gemacht.
Wer für die fehlende zweite Bereitschaft verantwortlich war, ist weiterhin Gegenstand des Verfahrens. Ein Gutachter wurde bestellt, zahlreiche damals beteiligte Ärzte müssen noch angehört werden.