Bei einem Raubprozess am Wiener Landl kamen der Richtersenat aus dem Kopfschütteln kaum heraus. Ein bald 20-Jähriger österreichischer Staatsbürger – arbeitslos, zweifach vorbestraft und gerade auf Bewährung draußen – soll einen Taxilenker ausgeraubt haben.
"Heute"-Leser hielten die Tat auf Video fest – mehr dazu hier. Mit vorgehaltener Waffe wurde der junge Mann mit algerischen Wurzeln Ende August dabei gefilmt, wie er dem Opfer (67) eine zuvor vom Boden aufgehobene Waffe ins Gesicht hielt und "Gib mir dein ganzes Geld" schrie.
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Der Verdächtige schnappte sich die Geldbörse des Fahrers, nahm 460 Euro Bargeld heraus und warf sie weg. "Und was haben Sie mit dem Geld gemacht?", wollte die Richterin wissen. "Das habe ich auch weggeworfen, wo ich bemerkt habe, dass ich mein Handy im Auto verloren hatte und es auf der Polizeistation liegt", so der Angeklagte. "Nicht sehr gscheit", so die Juristin. Denn die entwendeten 460 Euro muss er gemeinsam mit Schmerzengeld an das Opfer zurückzahlen.
Nach ein "paar Nasen Koks" habe er eben nicht mehr gewusst, was er tue, meinte er. Sein Anwalt Florian Kreiner betonte, dass die Raub-Idee vom Komplizen ausgegangen sei, der auch dem Taxler mit seiner Schreckschusspistole auf den Hinterkopf geschlagen habe.
Als der Taxilenker bremste und ausstieg, flüchtete der aber flugs und warf die Waffe weg. Sein Mandant habe die Waffe, von der er wusste, dass sie nicht echt ist, aufgehoben und dann blöderweise den Raub vollendet. Das Urteil fiel rasch und bei bis zu 15 Jahre Strafrahmen mit zwei Jahren unbedingter Haft durchaus milde aus. Wir lernen: Dummheit schützt eben manchmal doch vor einer (hohen) Strafe.