Im 800-Einwohner-Ort Oberloisdorf im Bezirk Oberpullendorf ist das Geld knapp – und die Aussichten sind düster. Bürgermeisterin Doris Birner (ÖVP) schlägt daher jetzt Alarm! "Wenn das so weitergeht, können wir in absehbarer Zeit keine Gehälter mehr zahlen. Und das darf nicht passieren", so Birner zur "Kronen Zeitung".
Der Grund: Die Gemeinde lebt fast ausschließlich von Förderungen und Ertragsanteilen. Eigene Einnahmen – etwa aus der Kommunalsteuer – gibt es kaum. Doch von den wenigen Geldern bleibt nach Abzügen oft kaum etwas übrig. "Was im Moment passiert, ist schlicht nicht mehr tragbar", erklärt Birner.
Und weiter: "Im Juni hatten wir Ertragsanteile in Höhe von rund 45.000 Euro – übrig geblieben sind nach Abzügen nur 700 Euro. Im Juli waren es sogar 85.000 Euro, bei 89.000 Euro Abzug.", so Birner zur "Krone". Laut Vorschau stünden heuer 327.000 Euro an Einnahmen gegenüber Personalkosten von über 700.000 Euro. Ein Minus, das nicht mehr tragbar sei.
Trotz der brenzligen Situation will Birner nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Schuldzuweisungen bringen nichts, betont sie. "Ich bin lösungsorientiert. Es hilft nichts, politisch hin und her zu schieben, wer jetzt was blockiert hat. Aber es hilft auch nicht, den BMV-Deal ständig als Rettungspaket zu präsentieren, wenn Gemeinden wie Oberloisdorf davon kaum profitieren würden."
Die Bürgermeisterin appelliert in der Tageszeitung deshalb direkt nach Eisenstadt: "Ich muss Entscheidungen für die Bürger treffen, nicht für Schlagzeilen sorgen. Das ist mein Zugang." Und stellt weiter klar:
"Die wirtschaftliche Lage ist, wie sie ist. Aber wir müssen gemeinsam über Parteigrenzen hinweg Lösungen finden. Es geht nicht um Taktik, es geht darum, dass Menschen weiterhin Löhne bekommen, dass wir Leistungen aufrechterhalten können, dass der Ort funktioniert."