38 Rennen stehen in der laufenden Saison bei den Männern auf dem Programm, 37 im Frauen-Weltcup. Doch wenn es nach dem neuen FIS-Geschäftsführer Lehmann geht, soll sich diese Zahl deutlich erhöhen. Der ehemals mächtige Präsident des Schweizer Skiverbands plant eine große Umstrukturierung des Kanders.
"Das Ziel sind für Frauen und Männer jeweils rund 45 bis 50 Saisonrennen, wenn es keinen Großanlass gibt", ließ Lehmann nun gegenüber "Keystone-SDA" aufhorchen. In Jahren mit einer Weltmeisterschaft oder Olympischen Spielen würden es dann "leicht weniger" Rennen sein. "Wir müssen dabei vom Anspruch wegkommen, dass jede und jeder alle Rennen fährt", stellte der Schweizer klar.
Schon länger halten sich Spekulationen über eine größere Umstrukturierung des Weltcup-Kalenders, der in Grundzügen Jahr führ Jahr sehr ähnlich aufgebaut ist. Dies soll sich dem neuen FIS-CEO zufolge aber ab 2027/28 ändern. Demnach solle die Weltcup-Saison um eine Woche verlängert werden, gleichzeitig plant Lehmann deutlich mehr Rennen im ersten Teil des Weltcup-Winters.
"Nach Sölden soll kein Loch von zwei rennfreien Wochen bestehen. Auch müssen wir die Rennen in den verschiedenen Disziplinen cleverer als zum Beispiel in dieser Saison verteilen", so Lehmann, ohne aber ins Detail zu gehen. Denkbar sei aber etwa die Einführung eines Weltcupslaloms in Argentinien. Dort sind ohnehin bereits viele Nationen Jahr für Jahr im Sommer-Trainingslager.
Die Alpin-Sparte würde laut Lehmann in der FIS die größte Wertschöpfung bringen. "Alle, die fordern, dass es weniger Rennen geben soll, sehen das große Ganze nicht. Im Skisport wird acht Monate trainiert, aber nur während vier Monaten Rennen gefahren. Meine Vision ist, dass wir globaler werden", betonte der Schweizer, bezog dies aber nicht bloß auf die Alpin-Sparte im Ski-Weltverband. "Der Wachstumsmarkt ist definitiv nicht in Europa, sondern in Asien und den USA", so Lehmann nach 100 Tagen im Amt.
Zukunftsmusik und erst ab 2030 umsetzbar wäre ein weltweites Punktesystem, vergleichbar zur Tennis-Weltrangliste, in der Punkte aus verschiedenen Leistungsstufen einfließen.