Trainer Solbakken gesteht

Norwegen wird über Kabel reden "bis wir tot sind"

Hat der Ball das Kabel berührt oder doch nicht? Diese Frage stellt sich die ganze Fußball-Welt nach Englands Sieg über Norwegen.
Sport Heute
12.07.2026, 11:40
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Norwegen hat das WM-Halbfinale knapp verpasst. Nach der 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen England überwog bei Teamchef Stale Solbakken zwar der Stolz – die umstrittene Seil-Szene vor Jude Bellinghams Ausgleichstreffer wird ihn dennoch lange verfolgen.

"Wir werden über das Kabel reden, bis wir alle tot sind", gestand der Trainer nach dem dramatischen Viertelfinale in Miami und sprach dabei wohl allen Norwegern aus der Seele.

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Gleichzeitig machte der 57-Jährige klar, dass dieser Vorfall nicht das Vermächtnis seiner Mannschaft sein dürfe. "Ich hoffe, dass dies nicht die Geschichte dieser Mannschaft sein wird. Das sollte es nicht sein", erklärte Solbakken.

Solbakken weint Tränen des Stolzes

Im Vorfeld des 1:1-Treffers berührte der Ball nach einem Abschlag von Torhüter Örjan Nyland möglicherweise ein dünnes Seil. Bei einer solchen Berührung hätte der Schiedsrichter die Partie unterbrechen müssen. Stattdessen wurde das Spiel fortgesetzt und England kam zum Ausgleich.

Nach dem Schlusspfiff flossen beim norwegischen Teamchef, der eine bewegte Vergangenheit hinter sich hat, deshalb Tränen. "Wir haben auf höchstem Niveau gespielt. Das Glück war heute nicht auf unserer Seite, aber so ist das Leben", kämpfte Solbakken mit seinen Emotionen.

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Seine Mannschaft hatte bei der Weltmeisterschaft für Begeisterung gesorgt. Nach einer starken Gruppenphase warfen Erling Haaland und Co. zunächst die Elfenbeinküste und anschließend Rekordweltmeister Brasilien aus dem Turnier. Mit Haalands Toren und dem mittlerweile berühmten Ruder-Jubel avancierten die Skandinavier zu einem der Publikumslieblinge der WM.

Ganz Norwegen im Fußballfieber

Auch in der Heimat löste die Mannschaft eine wahre Euphoriewelle aus. Zehntausende Fans feierten auf den Straßen, die roten Nationaltrikots waren vielerorts ausverkauft. "Ich hoffe, dass der Sommer 2026 für alle in Ordnung war und dass wir gemeinsam etwas Gutes erreicht haben. Wir haben fantastische Unterstützung aus ganz Norwegen erhalten und sind den hohen Erwartungen gerecht geworden – darauf bin ich wirklich stolz", sagte Solbakken.

Der Teamchef erinnerte daran, dass er bei der bislang letzten WM-Teilnahme Norwegens vor 28 Jahren selbst noch auf dem Platz gestanden hatte. "Wir haben gesagt, dass wir nach den fantastischen Qualifikationsspielen bei der WM noch einen Gang zulegen würden, und das ist uns gelungen. Die Jungs haben das geschafft. Wir waren sechseinhalb Wochen gemeinsam hier. Ich habe nicht den Eindruck, dass sich die Leute auch nur eine Sekunde lang gelangweilt haben."

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