Es ist die Szene des WM-Viertelfinals zwischen der Schweiz und Argentinien. Nach gut 70 Minuten verwarnt der portugiesische Unparteiische João Pinheiro den Argentinier Leandro Paredes für ein vermeintliches Foulspiel an Breel Embolo. Der argentinische Mittelfeldterrier ist sich keiner Schuld bewusst.
Plötzlich heißt es auf den großen Bildschirmen im Stadion: Der VAR schaltet sich ein. Dies aufgrund einer möglichen Verwechslung beim Zücken der Gelben Karte. Dann wird in den TV-Bildern die Szene gezeigt – und plötzlich wird klar: Es gab kein Foulspiel, sondern lediglich eine Schwalbe von Embolo.
Der Unparteiische sieht sich die ganze Aktion mehrfach an, kommt auf den Platz zurück, nimmt die Gelbe Karte gegen Paredes zurück und sagt, dass Embolo eine Schwalbe gezeigt hat. Die Folge: Der Schweizer muss vom Platz, da er bereits in der ersten Halbzeit verwarnt wurde. Es wird hitzig auf dem Feld.
Doch der Schiedsrichter macht alles richtig. Denn: Seit dieser WM hat die Fifa die Regel "Mistaken Identity" eingeführt. Das heißt, dass auch Gelbe Karten, die der falschen Person gezeigt wurden, revidiert werden können. Für Embolo und die Nati ist das ein brutaler, aber korrekter Entscheid. Hätte Paredes nämlich keine Gelbe Karte gesehen, wäre die Schwalbe unbestraft geblieben.
Es ist nicht das erste Mal, dass diese Regel bei dieser WM zum Einsatz kommt: Bereits im ersten Spiel der USA (4:1 gegen Paraguay) wurde die gelbe Karte für den US-Amerikaner Tim Ream annulliert. Stattdessen erhielt der paraguayische Offensivspieler Miguel Almirón wegen einer Schwalbe die Verwarnung.