Am Gipfel war plötzlich Schluss. Die Kräfte reichten nicht mehr, an einen sicheren Abstieg war nicht zu denken – ein junges Paar setzte am Großglockner schließlich den Notruf ab. Wenig später stand fest: Ohne Hilfe kommen die beiden nicht mehr ins Tal. Ein Rettungshubschrauber wurde alarmiert, um sie aus der gefährlichen Lage zu holen – berichtet die "Kleine Zeitung".
Schon beim Aufstieg hatte die 28-Jährige laut Polizei über gesundheitliche Probleme geklagt. Trotzdem entschieden sich die beiden, weiterzugehen. Erst am Abend griffen sie zum Handy und schlugen Alarm. Die ARA Flugrettung rückte aus und barg die beiden gegen 21 Uhr per Seilwinde – ein heikler Einsatz in großer Höhe und bei schwierigen Bedingungen.
Die Bergung verlief zwar reibungslos und beide wurden unverletzt ins Tal gebracht, doch damit ist die Geschichte nicht vorbei. Denn ein solcher Einsatz ist kein Gratis-Service. Wer in den Bergen Hilfe braucht, muss in Österreich grundsätzlich dafür bezahlen.
"Wir stellen eine Rechnung und diese wird beglichen", erklärt ARA-Chef Thomas Jank. Öffentliche Gelder fließen hier nicht. Die Kosten werden immer den Betroffenen weiterverrechnet – unabhängig davon, ob es sich um einen spektakulären Einsatz am Berg oder einen Unfall auf der Skipiste handelt.
In vielen Fällen springt eine Versicherung ein – etwa über den ÖAMTC, ARBÖ, eine Unfallversicherung oder sogar über bestimmte Kreditkarten. Doch das ist nicht garantiert und hängt stark vom jeweiligen Vertrag ab.
Greift keine Versicherung, bleibt man auf den Kosten sitzen. Und die können ordentlich ausfallen: Laut Experten ist bei so einem Einsatz am Großglockner durchaus ein fünfstelliger Betrag möglich. Am Berg zählt jede Entscheidung – und die kann am Ende nicht nur gefährlich, sondern auch richtig teuer werden.