Wer in Innsbruck an einem Radarkasten vorbeifährt, muss nicht unbedingt mit einem Strafzettel rechnen. Denn die meisten Anlagen können derzeit gar keine Geschwindigkeit messen. Von acht bestehenden Standorten ist jeweils nur einer mit einem funktionierenden Messgerät ausgestattet.
Und daran wird sich auch nach einer Investition von rund 450.000 Euro nicht allzu viel ändern.
Die Stadt Innsbruck verfügt laut "Kronen Zeitung" derzeit über acht stationäre Radarkästen. Allerdings gibt es nur ein einziges Messgerät, das zwischen den Standorten ausgetauscht werden kann.
Damit sind sieben der acht Kästen zu jedem Zeitpunkt ohne Messtechnik. Die bestehenden Anlagen haben ihre technische Lebensdauer erreicht. Deshalb soll nun ein neues System angeschafft werden.
Die Stadt plant, das Netz ab 2027 auf insgesamt 18 Standorte zu erweitern. Dafür sind rund 450.000 Euro vorgesehen. Aus den öffentlich abrufbaren Ausschreibungsunterlagen geht hervor, was genau angeschafft werden soll:
"Gegenstand der Ausschreibung ist die Lieferung, Montage, Inbetriebnahme und betriebsbereite Übergabe eines stationären Geschwindigkeitsüberwachungssystems für die Stadt Innsbruck"
Vorgesehen sind 18 Messkabinen, aber lediglich zwei geeichte Geschwindigkeitsmesssysteme.
In der Ausschreibung heißt es dazu:
"Der Leistungsumfang umfasst die Lieferung und Montage von stationären Messkabinen für 18 Messstandorte sowie die Lieferung von zwei geeichten Geschwindigkeitsmesssystemen auf Basis einer Radar-, Laser- oder gleichwertigen Messtechnologie. Die Messsysteme müssen wechselweise in allen montierten Messkabinen einsetzbar und zwischen den einzelnen Messkabinen versetzbar sein."
Auch nach der Erweiterung können damit maximal zwei der 18 Radarkästen gleichzeitig Geschwindigkeitsübertretungen erfassen. Immerhin sollen die neuen Messgeräte Fahrzeuge in beiden Fahrtrichtungen kontrollieren können, heißt es in dem Bericht.
In anderen Tiroler Gemeinden wie Kundl kommen bereits moderne, schlanke Radaranlagen zum Einsatz. Auch St. Johann, Bad Häring und Wattens sollen solche Geräte erhalten.
Am Donnerstag beschäftigt sich der Innsbrucker Gemeinderat mit der geplanten Anschaffung. Die Beratungen finden allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Die technischen Details der Ausschreibung sind dennoch bereits öffentlich im Internet abrufbar.
Auch die Einnahmen aus Geschwindigkeitsübertretungen sind geregelt. Auf Gemeindestraßen erhält Innsbruck 80 Prozent der Strafgelder, die restlichen 20 Prozent gehen an das Land. Bei Übertretungen auf Landesstraßen erhält die Stadt hingegen keinen Anteil.
Neben den stationären Anlagen setzt die Polizei weiterhin auf mobile und flexible Geschwindigkeitskontrollen. Wer an einem leeren Radarkasten vorbeifährt, ist deshalb nicht automatisch vor einer Kontrolle sicher.