Die Lage für den Luchs in Österreich wird immer dramatischer. Zum Tag des Luchses am 11. Juni warnt der WWF vor einem weiteren Absturz der Bestände. Laut aktuellen Monitoring-Daten leben in Österreich nur mehr rund 30 Tiere.
Besonders bitter aus Sicht Niederösterreichs: Die bisher größte Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel hat sich laut aktuellem Bericht an die EU-Kommission weiter verschlechtert. Damit gerät ausgerechnet jene Region unter Druck, die bisher als wichtiger Rückzugsraum für die seltene Katze galt.
"Ohne rasche Gegenmaßnahmen droht Österreich den Luchs binnen weniger Jahre regional dauerhaft zu verlieren", warnt WWF-Expertin Magdalena Erich. Sie fordert, die verbliebenen Bestände rasch zu stützen, Lebensräume besser zu verbinden und Wildtierkriminalität konsequent zu bekämpfen.
Ein großes Problem: Die wenigen Luchse leben in drei voneinander getrennten Populationen. Straßen, Siedlungen und andere Infrastruktur zerschneiden ihre Lebensräume. Dadurch können sich die Tiere kaum noch austauschen. Die Folge: Inzucht und genetische Verarmung werden zur ernsten Gefahr.
Auch in den Kalkalpen zeigt sich, wie knapp es bereits ist. Dort sind nur vier Tiere nachgewiesen. Drei davon sind bereits 12 bis 14 Jahre alt, nur der dreijährige Luchs Janus ist noch jung. Ohne Hilfe könnte dieser Bestand in den kommenden Jahren verschwinden.
Der WWF fordert daher eine fachlich gut geplante Bestandsstützung. Zudem brauche es eine Raumplanung, die bestehende Lebensräume schützt und wieder miteinander verbindet. Gerade im Waldviertel sei das entscheidend, damit der Luchs in Niederösterreich nicht endgültig zur Seltenheit wird.
Früher wurde der Luchs in Österreich ausgerottet. Jetzt droht ausgerechnet seine Rückkehr wieder zu scheitern.