Der WWF schlägt Alarm: Seit 2020 wurden in Österreich mehr als 1.300 geschützte Tiere getötet. Besonders im Fokus steht Niederösterreich. Laut aktuellem Report der Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) wurden hier 363 Biber behördlich zum Abschuss freigegeben. Damit liegt NÖ österreichweit klar an der Spitze.
Auch bei Fischottern ist die Zahl hoch: 106 Tiere wurden seit 2020 im Bundesland getötet. Österreichweit waren es 565 Fischotter, 587 Biber und 63 Wölfe, deren Abschuss behördlich genehmigt wurde. Dazu kommen laut WWF 113 Fälle von Wildtierkriminalität, darunter getötete Greifvögel, Eulen, Biber, Fischotter, Wölfe und ein Luchs.
"Alle zwei Tage wird ein geschütztes Tier zum Abschuss freigegeben oder illegal getötet. Diese Entwicklung ist ein gefährlicher Rückschritt für den Artenschutz in Österreich", sagt WWF-Programmleiterin Hanna Simons.
Der WWF kritisiert, dass mehrere Bundesländer pauschale Abschüsse per Verordnung ermöglichen. Gerade beim Biber sieht die Organisation ein fatales Signal. Die Tiere gelten zwar oft als Problem, weil sie Bäume fällen, Dämme bauen und Flächen vernässen. Gleichzeitig helfen sie laut WWF aber gegen Trockenperioden und schaffen Lebensräume für viele andere Arten.
Unter dem Motto "Wild sein ist kein Verbrechen" startet der WWF nun eine neue Kampagne samt Petition. Gefordert werden weniger Abschüsse, mehr Prävention, besserer Herdenschutz und eine konsequentere Einhaltung der EU-Vorgaben.
Unterstützung gibt es von Schauspieler Gregor Seberg. Der TV-Kommissar und Naturschützer warnt davor, dass die Tötung geschützter Tiere zur Normalität wird. "Wildtiere wie Wolf, Biber, Luchs oder Seeadler gehören zu Österreich und haben ein Recht auf ihren Lebensraum", sagt Seberg bestimmt.