Der kleinen Malia Ella Konkurrenz zu machen, war heuer unmöglich – und doch war es fast gelungen. Die Oberösterreicherin kam um exakt 00.00 Uhr im Salzkammergut Klinikum Bad Ischl zur Welt, um 00.01 Uhr folgte Dzeneta in Salzburg. In Kärnten hingegen musste man sich bis 3.35 Uhr gedulden.
Der Titel als Kärntner Neujahrsbaby geht an den kleinen Ibrahim. "Er ist ganz ruhig und schläft viel", erzählte sein Vater stolz der "Kleinen Zeitung". Doch das hat schon gereicht, um einen Shitstorm auf tiefstem Niveau über sich heraufzubeschwören.
"Kärntens Neujahrsbaby war ein paar Stunden alt, als selbsternannte Rassewächter es wegen seines Vornamens in Sozialen Medien beschimpften. Geht es eigentlich noch erbärmlicher, als einem Säugling, dem noch nicht einmal die erste Windel getauscht wurde, mit Hass und Häme zu begegnen?", fragt der Kärnten-Ressortleiter der "Kleinen", Thomas Cik, in einem Kommentar deswegen.
Dem kann sich Caritas-Direktor Klaus Schwertner nur anschließen. "Wenn wenige Tage nach Weihnachten so eine rote Linie überschritten wird, sollte jeder einzelne Hassposter rechtlich zur Rechenschaft gezogen werden. Ausnahmslos." Dem Neujahrsbaby richtet er aus: "Ganz viele Menschen freuen sich mit deinen Eltern, dass du geboren wurdest. So wie ich und meine Familie es tun."
Auch Gewerkschafter Mustafa Durmuş will sich "schützend vor jene stellen, die sich selbst nicht wehren können". Neugeborene alleine aufgrund ihres Namens zu beschimpfen, sei in Österreich leider schon zur traurigen Neujahrstradition geworden.
"Als frischgebackener Vater weiß ich, wie wunderschön und kostbar diese erste Zeit ist. Ich wünsche allen Neujahrsbabys und ihren Familien von Herzen alles Gute, viel Liebe und eine behütete gemeinsame Zeit. Genießt jeden Moment mit euren Kleinen."