Der 3:1-Heimsieg gegen den Kosovo brachte Österreich den nächsten wichtigen Erfolg in der Nations League. Für das kommende Auswärtsspiel gegen Irland gibt es allerdings einen bitteren Haken: Kevin Danso wird in Dublin fehlen.
Der Innenverteidiger muss nach seiner nächsten Gelben Karte gesperrt zusehen. Für Teamchef Ralf Rangnick ist das keine Kleinigkeit.
Danso war in den vergangenen Partien der zentrale Fixpunkt in Österreichs Defensive. Robust in den Zweikämpfen, stark in der Luft, stabil im Aufbau – der Sunderland-Legionär entwickelte sich zuletzt immer mehr zum defensiven Fels in der Brandung.
Nun muss Rangnick ausgerechnet im dritten Spiel der laufenden Nations-League-Phase seine Innenverteidigung umbauen.
An möglichen Varianten mangelt es dem Teamchef zumindest nicht.
Beim 3:1 gegen Israel bildete Philipp Lienhart gemeinsam mit Danso das Abwehrzentrum. Gegen den Kosovo rückte David Affengruber an die Seite des Grazers und überzeugte dabei nicht nur defensiv, sondern erzielte auch den Führungstreffer zum 1:0. Allerdings verschuldete der Fulham-Profi in der Schlussphase den Elfmeter zum Gegentor.
Damit liegt eine Lösung für Dublin auf der Hand: Lienhart und Affengruber könnten gegen Irland gemeinsam das Innenverteidiger-Pärchen bilden.
Beide bringen internationale Erfahrung mit, beide sind mit Rangnicks Abläufen vertraut. Vor allem aber wären sie die naheliegendsten Kandidaten, wenn der Teamchef seine Defensive nach Dansos Ausfall nicht völlig neu ordnen will.
Im Kader stehen Rangnick allerdings weitere Optionen zur Verfügung.
Mit Felix Bacher von Lyon wartet ein weiterer gelernter Innenverteidiger auf seine Chance. Dazu kommt Werder-Kapitän Marco Friedl. Der Linksfuß könnte dem ÖFB-Aufbau eine andere Balance geben und ist ebenfalls im Abwehrzentrum zuhause.
Auch Maximilian Wöber kann innen verteidigen. Gegen den Kosovo setzte Rangnick ihn allerdings als Linksverteidiger ein. Deshalb erscheint ein Wechsel Wöbers ins Zentrum aktuell eher als weniger wahrscheinliche Variante.
Klar ist: Dansos Ausfall verändert die Statik der ÖFB-Abwehr. Gerade in Dublin, wo Österreich gegen körperlich starke und leidenschaftlich auftretende Iren gefordert sein dürfte, wird Rangnick auf Stabilität im Zentrum angewiesen sein.