Die nächste Öffi-Preiserhöhung sorgt bei Teilen der Opposition in Wien für Wirbel. Ab 1. Jänner 2027 werden die Ticketpreise erneut teurer. Die reguläre Jahreskarte kostet dann 483,10 Euro statt bisher 467 Euro. Erst Anfang 2026 war der Preis von 365 Euro deutlich angehoben worden.
Besonders scharfe Kritik kommt von den Wiener Grünen. Die Parteivorsitzenden Judith Pühringer und Peter Kraus werfen SPÖ und NEOS vor, bei der Verkehrspolitik völlig falsche Prioritäten zu setzen.
Besonders die Verteuerung des 31-Tage-Wien-Mobilpasses, der sich an Menschen mit geringem Einkommen richtet, stößt den Grünen sauer auf. Getroffen werden von den Maßnahmen ausgerechnet jene, die finanziell ohnehin schon am Limit seien.
Die SPÖ habe damit ihren "sozialen Kompass verloren", kritisieren Pühringer und Kraus. Eine neuerliche Erhöhung der Jahreskarte sei aus ihrer Sicht ebenfalls der falsche Weg.
Landesparteiobmann Markus Figl wirft der Stadtregierung vor, ihre Budgetprobleme auf die Bevölkerung abzuwälzen. "Kaum ist die letzte massive Preiserhöhung verdaut, greift die SPÖ-NEOS-Stadtregierung den Wienerinnen und Wienern schon wieder tiefer in die Tasche", kritisiert Figl.
Statt bei den Öffi-Fahrgästen zu kassieren, müsse die Stadt bei ihren eigenen Strukturen und Ausgaben sparen. Die Volkspartei verweist dabei auf ihr Konzept der "Schlanken Stadt", mit dem die Verwaltung reformiert und die Bevölkerung entlastet werden soll.
"Wer die Wienerinnen und Wiener zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen will, darf die Öffis nicht laufend verteuern", ergänzt Elisabeth Olischar (ÖVP).
Die neuerliche Preiserhöhung betrifft nicht nur Jahreskartenbesitzer. Auch Einzelfahrscheine werden teurer. Ein digitales Ticket kostet ab Jänner 3,10 Euro, die Papierversion 3,30 Euro. Ermäßigte Jahreskarten für Jugendliche, Senioren und weitere Berechtigte steigen auf 310,40 Euro.
Die Wiener Linien begründen die Erhöhung mit der Inflation. Seit 2025 steht fest, dass die Ticketpreise jedes Jahr an die Teuerung angepasst werden.