Tierische EU-Schikane

Bis nächstes Jahr sollen alle sterben! AT bekämpft EU

Österreich kämpft um Ausnahmen bei der EU-Sikawild-Verordnung. Für viele Betriebe steht die Zukunft ihrer Tiere und Existenzen auf dem Spiel.
Heute Tierisch
30.07.2026, 08:32
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In ganz Österreich gibt es derzeit rund 250 landwirtschaftliche Betriebe, die Sikawild halten. In Niederösterreich sind es 25. Jetzt will Österreich gegen die Sikawild-Verordnung der EU vorgehen und setzt sich bei der Europäischen Kommission für eine Ausnahmeregelung ein. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) bittet alle betroffenen Betriebe, sich bis spätestens 10. August zu melden.

Die Landwirtin Anja Bierbaumer aus dem Mostviertel hält gemeinsam mit ihrem Mann auf einem Biohof in Ertl im Bezirk Amstetten Sikawild und Damwild. Auf ihren acht Hektar leben derzeit 35 Sikatiere und 25 Damtiere, inklusive Nachzucht. Ab August nächsten Jahres will die EU allerdings das Halten, Züchten oder Handeln von Sikawild grundsätzlich verbieten.

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ALLE Tiere müssen sterben!

Bierbaumer, die auch Obmann-Stellvertreterin des Wildtierhalteverbands Niederösterreich ist, sagt gegenüber noe.ORF.at:

„Das würde für uns bedeuten, dass wir heuer schon unsere Sikahirsche rausschießen müssen – vor der Brunft – damit es keine Nachzucht mehr gibt. Zudem müssen wir in weiterer Folge bis Ende nächsten Jahres generell alle Sika keulen“
Anja BierbaumerLandwirtin

Naturschutz und Verhinderung von Waldschäden?

Die EU möchte mit der neuen Sikawild-Verordnung die Natur schützen, Waldschäden verhindern und eine Vermischung mit Rotwild unterbinden. Im Landwirtschaftsministerium wird deshalb an einer Ausnahmeregelung gearbeitet, damit Sikawild auch in Zukunft auf heimischen Höfen gehalten werden darf. Anja Bierbaumer will für ihren Betrieb um so eine Ausnahmegenehmigung ansuchen.

Sie hält die Sikatiere – wie sie selbst sagt – in einem ausbruchssicheren Wildgehege. "Wir haben 2011 mit Damwild begonnen. Damwild ist in der Haltung etwas schreckhafter. Auch die Fleischausbeute ist nicht so groß wie beim Sikawild. Das Sikawild ist, auch von der Fleischqualität her, 1a. Es gibt nichts Besseres als Sikafleisch, auch die Haltung ist einfacher", erzählt Bierbaumer.

Für ihren Hof ist die Sikawild-Haltung wirtschaftlich wichtig. Ein kompletter Umstieg wäre aber auch emotional schwer.

„Wir wären furchtbar traurig, wenn wir alle unsere Tiere keulen müssten. Ob wir wieder zum Damwild zurückgehen oder etwas ganz anderes machen, wissen wir noch nicht"“

Ob Österreich tatsächlich eine Ausnahmegenehmigung von der EU bekommt, ist derzeit noch offen.

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